Gefahren des elektrischen Stroms

1. Physiologische Wirkung

Fließt ein Strom durch den menschlichen Körper, z. B. beim Berühren eines unter Spannung stehenden Leiters, so besteht die Gefahr, dass sich die Muskeln verkrampfen. Dies ist abhängig von Höhe des fließenden Stroms und der Dauer der Einwirkung. Man spricht hier von der „Loslasschwelle“. Wird diese überschritten kann man von selbst nicht mehr loslassen.

Fließt Wechselstrom über das menschliche Herz, so versucht es, den schnelleren und stärkeren Impulsen von außen zu folgen. Dadurch kommt es zu Herzrythmusstörungen wie z.B. dem Kammerflimmern. Das Herz ist damit nicht mehr in der Lage den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Es kommt zum Herzstillstand und ohne sofortige ärztliche Hilfe und Defibrilation zum Tod.

Aus Erfahrung weiß man, dass bereits 50mA Körperstrom tödlich sind. Die Höhe des tatsächlich fließenden Stroms hängt von der Spannung, der Übergangs- und der Körperwiderstände ab.

  • Wechselspannungen über 50 V sind lebensgefährlich.
  • Gleichspannungen über 120 V sind lebensgefährlich.
  • Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hz ist gefährlicher als Gleichstrom, weil dadurch Herzkammerflimmern leichter ausgelöst werden kann.

2. Thermische Wirkung

Die Wärmewirkung des elektrischen Stromes führt bei großer Stromstärke an der Ein- und Austrittsstelle zu Verbrennungen. Dort entstehen die sogenannten Strommarken. Bei Lichtbögen kann es bis zum Verkohlen von Körperteilen kommen (Verbrennungen 4. Grades). Als Folge starker Verbrennungen kommt es zur Überlastung der Nieren und möglicherweise auch zum Tode.

3. Chemische Wirkung

Durch die chemische Wirkung des Stromes kann, vor allem bei längerer Einwirkungsdauer, das Blut elektrolytisch zersetzt werden. Dadurch kommt es zu schweren Vergiftungserscheinungen. Solche Folgeerkrankungen können auch erst nach einigen Tagen auftreten.