Selektivität (Stromkreis)

Selektivität bedeutet in der Elektrotechnik, dass im Fehlerfall nur die dem Fehler direkt vorgeschaltete Schutzeinrichtung auslöst (z.B. Sicherung oder Fehlerstromschutzschalter). Die Selektivität gewährleistet, dass auch bei einem Fehler ein möglichst großer Teil einer Anlage in Betrieb bleibt.

Hat beispielsweise die Waschmaschine im Keller einen Fehler darf nur die ihr vorgeschaltete Schutzeinrichtung (LS-Schlater / RCD) auslösen. Die Vorsicherungen (z.B. Vorsicherung der Unterverteilung) darf nicht auslösen, andere Stromkreise bleiben also unberührt.

Selektivität ist gegeben wenn nacheinander geschaltete Sicherungen sich um mindestens Faktor 1,6 unterscheiden. Für eine genaue Beurteilung der Selektivität sind Strom-Zeit-Kennlinien entscheidend.

Beispiel:

Stromkreis für den Backofen: B 16A
Vorsicherung der UV: 16A * 1,6 = 25,6A

Die Sicherung vor der Unterverteilung müsste also 25,6A haben, das nächst größere wäre 32A. Ggf. könnten hier auch noch 25A ausreichen, eine 100%ige Selektivität wäre aber nach dieser Regel nicht gegeben. Als Faustregel gilt, dass zwei Sicherungen hintereinander um mindestens zwei Stufen abgestuft sein müssen (Also z.B. 16A und 25A).

Werden Sicherungen von einem Hersteller verwendet kann man hier die Strom-Zeit-Kennlinien zu hilfe nehmen, hier können sich andere Abstufungen ergeben.

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Anmerkung

Selektivität gilt ausschließlich für Schmelzsicherungen. Leitungsschutzschalter bieten keine Selektivität untereinander, hier kommen mittlerweile z.B. selektive Leitungsschutzschalter zum Einsatz.

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