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ElektrikerWissen.de Weekly: KW 42/2026 –Elektrohandwerk im Aufwind

ElektrikerWissen.de Weekly | 12. bis 18. Oktober 2026

Willkommen zum ElektrikerWissen Weekly für die Kalenderwoche 42/2026!

Die Elektrobranche blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Laut der aktuellen Herbstkonjunkturumfrage des ZVEH verbessert sich die wirtschaftliche Lage im Elektrohandwerk. Gleichzeitig sorgen mögliche neue Netzentgelte für Solaranlagen für Diskussionen.

Auch technisch gibt es interessante Neuigkeiten: Neue Unterputzgeräte ermöglichen eine drahtlose Lichtsteuerung, während künstliche Intelligenz zunehmend Einzug in die Elektrokonstruktion hält.

Wir haben fünf interessante Meldungen der Woche zusammengefasst.

1. ZVEH-Konjunkturumfrage: Elektrohandwerk zeigt erste Erholung

Nach einer längeren wirtschaftlich schwierigen Phase gibt es im deutschen Elektrohandwerk wieder vorsichtig positive Signale. Am 12. Oktober veröffentlichte der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) Ergebnisse seiner Herbstkonjunkturumfrage 2026. Demnach haben sich die Auftragspolster der Betriebe wieder vergrößert. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fällt besser aus als zuvor. Der Geschäftsklimaindex zeigt einen leichten Aufwärtstrend.

Ein wichtiger Impuls kommt offenbar von Privatkunden. Insbesondere Investitionen in Elektromobilität und Wärmepumpen sorgen für zusätzliche Nachfrage. Von einer umfassenden wirtschaftlichen Erholung kann allerdings noch nicht gesprochen werden. Die Entwicklung zeigt zunächst eine vorsichtige Verbesserung der Stimmung und Auftragslage.

Was bedeutet das für Elektrofachbetriebe?

Die Nachfrage nach moderner Gebäudetechnik bleibt ein wichtiger Faktor. Neben klassischen Elektroinstallationen können sich Betriebe insbesondere mit Ladeinfrastruktur, Wärmepumpenanschlüssen und Energiemanagement zusätzliche Geschäftsfelder erschließen.

2. Solarbranche warnt vor neuen Netzentgelten für Photovoltaikanlagen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Photovoltaikanlagen bleiben ein wichtiges Diskussionsthema. Am 15. Oktober berichtete elektro.net über die Kritik mehrerer Verbände an möglichen neuen Netzgebühren für Solaranlagen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Kosten für den Betrieb und Ausbau der Stromnetze künftig verteilt werden sollen. Mit der zunehmenden Zahl dezentraler Erzeugungsanlagen verändert sich die Nutzung der Stromnetze. Photovoltaikanlagen speisen Strom ein, während Batteriespeicher und steuerbare Verbraucher zusätzliche Möglichkeiten zur Netzstabilisierung bieten.

Neue Entgeltmodelle könnten allerdings auch Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen haben.

Was bedeutet das für Betreiber und Installateure?

Bei der Planung einer Photovoltaikanlage spielen nicht nur Anschaffungskosten, Eigenverbrauch und Einspeisevergütung eine Rolle. Auch die zukünftigen regulatorischen Rahmenbedingungen können die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.

Ob und in welcher Form neue Netzentgelte eingeführt werden, ist zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht abschließend entschieden.

3. Theben stellt kompakte Unterputzgeräte mit Bluetooth-Mesh vor

Die intelligente Lichtsteuerung wird zunehmend auch für bestehende Gebäude interessant.

Am 15. Oktober stellte Theben eine neue Serie kompakter Unterputzgeräte für die Beleuchtungssteuerung vor.

Die Geräte der 540er-Serie sind für die dezentrale Installation vorgesehen und sollen auch in engen Gerätedosen Platz finden.

Interessant ist insbesondere die drahtlose Vernetzung über Bluetooth Low Energy (BLE) Mesh.

Damit können geeignete Komponenten miteinander kommunizieren, ohne dass für jede Steuerungsverbindung eine zusätzliche Busleitung erforderlich ist.

Die Produktreihe umfasst Varianten mit und ohne Neutralleiter. Einige Ausführungen lassen sich über eine App konfigurieren.

Was bedeutet das für Elektriker?

Gerade bei der Modernisierung bestehender Elektroinstallationen können kompakte und drahtlos vernetzte Komponenten Vorteile bieten.

Nicht immer ist es wirtschaftlich oder baulich sinnvoll, zusätzliche Steuerleitungen zu verlegen.

Allerdings müssen bei der Auswahl geeigneter Geräte weiterhin die jeweiligen Herstellerangaben berücksichtigt werden. Das gilt insbesondere für Mindestlasten, zulässige Leuchtmittel, Einbaubedingungen und die konkrete Verdrahtung.

4. Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Aufgaben in der Elektrokonstruktion

Künstliche Intelligenz könnte künftig auch die Planung und Konstruktion elektrischer Anlagen deutlich verändern.

Am 15. Oktober berichtete elektro.net über eine neue KI-Softwareplattform des Unternehmens WSCAD.

Die unter dem Namen „Electrix OS“ vorgestellte Lösung soll 2027 verfügbar werden.

Anders als klassische CAD-Programme soll die Software technische Anforderungen analysieren, daraus Entwürfe entwickeln und weitere Konstruktionsprozesse anstoßen können.

Damit könnte sich die Arbeitsweise in der Elektrokonstruktion langfristig verändern.

Während heute viele Arbeitsschritte manuell innerhalb einer CAD-Software durchgeführt werden, könnten KI-Systeme künftig Teile der Vorplanung und Dokumentation unterstützen.

Was bedeutet das für Elektroplaner?

KI könnte insbesondere bei wiederkehrenden Aufgaben, der Auswertung technischer Anforderungen und der Erstellung von Dokumentationsgrundlagen helfen.

Die Verantwortung für die fachliche Richtigkeit bleibt jedoch beim Menschen.

Schutzmaßnahmen, Leiterdimensionierung, Selektivität, Kurzschlussberechnungen und die Einhaltung geltender Normen müssen weiterhin zuverlässig geprüft werden.

5. Rauchwarnmelder: Ferninspektion eröffnet neue Möglichkeiten

Rauchwarnmelder gehören inzwischen in vielen Wohnungen zur Standardausstattung.

Am 14. Oktober berichtete elektro.net über den Rauchwarnmelder-Report 2026, den das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Ei Electronics erstellt hat.

Demnach sind bereits 97 Prozent der Wohnungen in deutschen Mehrfamilienhäusern mit Rauchwarnmeldern ausgestattet.

Neben der reinen Ausstattung gewinnt zunehmend die Frage an Bedeutung, wie Rauchwarnmelder kontrolliert und instand gehalten werden.

Eine Möglichkeit stellen ferninspizierbare Rauchwarnmelder dar.

Abhängig vom jeweiligen System können bestimmte Zustandsinformationen erfasst und aus der Ferne ausgewertet werden. Dadurch lässt sich der organisatorische Aufwand für die Kontrolle größerer Wohnungsbestände reduzieren.

Was bedeutet das für Elektrofachbetriebe?

Für Betriebe, die Sicherheitstechnik installieren und warten, können entsprechende Systeme zusätzliche Dienstleistungen ermöglichen.

Dabei ist jedoch wichtig, zwischen unterschiedlichen Geräteklassen und Prüfverfahren zu unterscheiden.

Nicht jeder Rauchwarnmelder ist für eine Ferninspektion geeignet. Welche Kontrollen aus der Ferne erfolgen können und welche Maßnahmen vor Ort notwendig bleiben, hängt vom jeweiligen System und den geltenden Anforderungen ab.

Fazit: Das Elektrohandwerk entwickelt sich weiter

Die Kalenderwoche 42 zeigt, dass sich im Elektrohandwerk wirtschaftlich und technisch einiges bewegt.

Die aktuelle Konjunkturumfrage des ZVEH liefert erste positive Signale. Besonders die Nachfrage nach Elektromobilität und moderner Heiztechnik könnte für zusätzliche Aufträge sorgen.

Gleichzeitig bleiben politische und regulatorische Entscheidungen ein wichtiger Einflussfaktor. Die Diskussion über mögliche Netzentgelte für Photovoltaikanlagen verdeutlicht, wie eng die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit der Energiewende verbunden sind.

Auf technischer Seite schreitet die Digitalisierung weiter voran. Drahtlose Lichtsteuerungen, KI-gestützte Elektrokonstruktion und ferninspizierbare Sicherheitstechnik zeigen, dass sich die Aufgaben von Elektrofachkräften zunehmend erweitern.

Neben klassischen elektrotechnischen Kenntnissen werden deshalb digitale Kompetenzen, Kommunikationssysteme und intelligente Steuerungstechnik immer wichtiger.

Wie seht ihr die Entwicklung? Wird sich die wirtschaftliche Lage im Elektrohandwerk weiter verbessern? Und welche neuen Technologien werden den Berufsalltag in den kommenden Jahren am stärksten verändern?

Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!


 

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