Spätestens mit dem Aufkommen von Elektrofahrzeugen und dem Aufladen Zuhause, taucht immer häufiger die Frage auf, ob es eine maximale Belastbarkeit von Steckdosen und Steckvorrichtungen gibt. In unserem Artikel Strombelastbarkeit von Steckdosen (Schuko- und CEE) bin ich bereits auf die Strombelastbarkeit von Steckdosen eingegangen. In diesem Artikel möchte ich jedoch noch auf die spezifischen Festlegungen für Stecker und Kupplungsdosen eingehen.
Strombelastbarkeit von Steckdosen
In meinem Artikel Strombelastbarkeit von Steckdosen (Schuko- und CEE) bin ich bereits darauf eingegangen, dass es für Schukosteckdosen nach DIN VDE 0620-1 keine Festlegungen zur maximalen Dauer der Strombelastbarkeit von Steckdosen gibt. Es gibt lediglich Hinweise darauf, das diese über einen bestimmten Zeitraum mit ihrem Nennstrom geprüft werden, eine Angabe zur maximalen Dauerbelastung gibt es nicht.
Strombelastbarkeit von Stecker und Kupplungsdosen
Die Norm DIN VDE 0620-2 bezieht sich dagegen auf Stecker und Kupplungsdosen für Wechselstrom zwischen 50 und 440 Volt bis maximal 32A für den Hausgebrauch. In der Neufassung der DIN VDE 0620-2:2021-02 wurde erstmals definiert, was eine haushaltsübliche Belastung ist, die bisher nur sehr allgemein formuliert war.
Die Norm umfasst dabei Stecker und Kupplungsdosen nach der Normenreihe DIN 49441 (2-Polige Schukostecker) oder der Normenreihe DIN 49406 (vollisolierte Schukostecker). Eine haushaltsübliche Belastung ist demnach eine maximale Energiemenge von max. 7.360 Wh über einen Zeitraum von 3 h. Damit ist erstmals definiert, was unter einer haushaltsüblichen Belastung und zu verstehen ist und wonach man sich bei der maximalen Strombelastbarkeit richten sollte.
Fazit: Ein Richtwert zur Strombelastbarkeit von Steckdosen
Die in diesem Artikel genannten Normen beziehen sich natürlich erstmal nur auf Stecker und Kupplungsdosen und damit nicht direkt auf ortsfeste Steckdosen. Da an ortsfeste Steckdosen aber ausschließlich Stecker nach diesen Normen angeschlossen werden, ist für das Gesamtsystem die hier genannte Strombelastbarkeit trotzdem zu beachten.
Rechnet man die genannten 7.360Wh über 3h um, kommt man auf einen durchschnittlichen Nennstrom von 10,67A. Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch eine kurzzeitige Belastung von 16A möglich ist. Über einen 3-Stunden Zeitraum sollte die Belastung im Mittelwert jedoch nicht über den besagten 10,67A liegen.
Ich würde daher auch weiter an den Richtwerten festhalten, die auch bisher häufig im Raum standen und Steckdosen mit maximal 10-11A dauerhaft belasten. Das dürfte insbesondere beim Laden von Elektrofahrzeugen relevant sein. Hier sollten grundsätzlich Ladegeräte genutzt werden, die den Ladestrom auf 10A begrenzen.
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