ElektrikerWissen.de Weekly

ElektrikerWissen.de Weekly: KW 33/2026 – Netzengpässe, Redispatch-Kosten

Das Netzengpassmanagement in Deutschland hat im ersten Quartal 2026 weniger Geld gekostet als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Während insgesamt weniger Eingriffe erforderlich waren, nahmen die Maßnahmen durch Netzengpässe in den Verteilnetzen deutlich zu. Damit landet das Thema praktisch direkt vor der Haustür des Elektrohandwerks. Denn genau dort werden immer mehr Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Wallboxen installiert.

Ein zweiter Schwerpunkt dieser Woche ist die IT-Sicherheit. Die Bundesnetzagentur hat ihre Informationen zu den neuen Anforderungen nach der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie aktualisiert. Stromnetze, Kraftwerke und zunehmend auch digitale Energiedienste müssen besser gegen Cyberangriffe geschützt werden.

Wir schauen uns an, was hinter diesen Entwicklungen steckt und warum sie auch für Elektriker interessant sind.


1. Netzengpassmanagement kostete im ersten Quartal rund 784 Millionen Euro

Am 10. August veröffentlichte die Bundesnetzagentur über ihre Strommarktdatenplattform SMARD neue Zahlen zum Netzengpassmanagement.

Die gute Nachricht zuerst:

Das gesamte Maßnahmenvolumen ist gegenüber dem ersten Quartal 2025 um rund neun Prozent zurückgegangen.

Im ersten Quartal 2025 waren noch 9.035 GWh an Maßnahmen erforderlich. Im ersten Quartal 2026 waren es 8.248 GWh.

Auch die Kosten gingen zurück.

Die vorläufigen Gesamtkosten des Netzengpassmanagements lagen bei rund 784 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2025 waren es noch 882 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang von knapp elf Prozent.

784 Millionen Euro innerhalb von nur drei Monaten zeigen allerdings auch, wie teuer Engpässe im Stromnetz weiterhin sind.

Doch was passiert beim Netzengpassmanagement eigentlich?

Vereinfacht gesagt entsteht das Problem, wenn elektrische Energie an einem Ort erzeugt wird, aber aufgrund begrenzter Netzkapazitäten nicht vollständig dorthin transportiert werden kann, wo sie benötigt wird.

Dann müssen Netzbetreiber eingreifen.

Die Einspeisung von Erzeugungsanlagen auf der einen Seite des Engpasses kann reduziert werden. Gleichzeitig kann auf der anderen Seite zusätzliche Erzeugungsleistung benötigt werden.

Dieses Verfahren wird häufig als Redispatch bezeichnet.

Für den sicheren Netzbetrieb ist das unverzichtbar. Dauerhaft ist es aber natürlich sinnvoller, wenn das Stromnetz ausreichend dimensioniert ist und die erzeugte Energie ohne solche Eingriffe transportieren kann.

Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD – „Netzengpassmanagement im 1. Quartal 2026: Maßnahmenvolumen und Kosten gesunken“, veröffentlicht am 10.08.2026.


2. Rund 97 Prozent des erneuerbaren Stroms konnten genutzt werden

Eine weitere interessante Zahl aus der Auswertung betrifft erneuerbare Energien.

Trotz der vorhandenen Netzengpässe konnten im ersten Quartal 2026 rund 97 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung in das Netz eingespeist und von Verbrauchern genutzt werden.

Etwa drei Prozent mussten im Rahmen des Redispatch abgeregelt werden.

Das klingt zunächst nach wenig.

Bei den dahinterstehenden Energiemengen sieht es jedoch anders aus.

Allein die Einspeisereduzierung erneuerbarer Energien lag im ersten Quartal bei 2.215 GWh.

Das entspricht mehr als zwei Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie.

Besonders interessant ist die Entwicklung bei der Photovoltaik.

Die Redispatch-Menge von PV-Anlagen stieg von 234 GWh im ersten Quartal 2025 auf 288 GWh im ersten Quartal 2026.

Das entspricht einem Anstieg um rund 23 Prozent.

Und das, obwohl das erste Quartal 2026 nach Angaben von SMARD vergleichsweise sonnenarm war.

Ein wesentlicher Grund ist der kontinuierliche Ausbau der installierten Photovoltaikleistung.

Bei Windenergieanlagen an Land war der Anstieg noch größer.

Hier stieg die abgeregelte Energiemenge von 758 auf 1.054 GWh – ein Plus von rund 39 Prozent.

Bei Offshore-Windenergie ging die abgeregelte Menge dagegen um etwa 25 Prozent auf 864 GWh zurück.

Diese Zahlen zeigen ein grundsätzliches Problem der Energiewende:

Es reicht nicht, elektrische Energie nur zu erzeugen.

Sie muss auch zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort genutzt oder gespeichert werden können.

Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD – Auswertung des Netzengpassmanagements im ersten Quartal 2026, 10.08.2026.


3. Verteilernetze geraten stärker in den Mittelpunkt

Für Elektriker ist eine weitere Zahl möglicherweise noch interessanter.

Während das gesamte Maßnahmenvolumen zurückging, nahmen die Reduzierungen im Verteilernetz gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 43 Prozent zu.

Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung.

Denn über die Energiewende wurde lange hauptsächlich im Zusammenhang mit großen Übertragungsleitungen gesprochen.

Windenergie wird beispielsweise im Norden Deutschlands erzeugt und muss zu Verbrauchsschwerpunkten transportiert werden.

Doch inzwischen entstehen zunehmend Engpässe auf niedrigeren Spannungsebenen.

Der Grund ist relativ einfach:

Die Energiewende findet zunehmend im Verteilnetz statt.

In Wohngebieten werden Photovoltaikanlagen installiert.

Haushalte kaufen Batteriespeicher.

Wärmepumpen ersetzen Gas- oder Ölheizungen.

Elektroautos werden über Wallboxen geladen.

Dadurch verändern sich sowohl Einspeisung als auch Verbrauch.

Ein klassisches Wohngebiet konnte früher überwiegend als Verbraucher betrachtet werden.

Heute kann dieselbe Straße an einem sonnigen Mittag erhebliche Mengen elektrischer Energie in das Netz einspeisen.

Einige Stunden später sieht die Situation möglicherweise genau umgekehrt aus.

Die Sonne ist untergegangen, Bewohner kommen nach Hause, Elektroautos werden geladen und Wärmepumpen laufen.

Aus hoher Einspeisung kann innerhalb weniger Stunden eine hohe Netzlast werden.

Genau diese Entwicklung macht die Modernisierung der Verteilernetze so wichtig.

Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD – Im ersten Quartal 2026 nahmen die Reduzierungen im Verteilernetz gegenüber Q1 2025 um 43 Prozent zu.


4. Warum Speicher das Problem nicht allein lösen

Wenn zu viel erneuerbarer Strom vorhanden ist, erscheint die Lösung zunächst offensichtlich:

Dann bauen wir einfach mehr Batteriespeicher.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Batteriespeicher können einen wichtigen Beitrag leisten. Sie können Energie aufnehmen, wenn viel Strom vorhanden ist, und diese später wieder abgeben.

Ein Batteriespeicher löst aber nicht automatisch jeden Netzengpass.

Entscheidend ist unter anderem, wo der Speicher angeschlossen wird und wann er lädt beziehungsweise entlädt.

Ein ungünstig betriebener Großspeicher kann einen bestehenden Netzengpass theoretisch sogar verstärken.

Deshalb wird die netzdienliche Steuerung von Speichern zunehmend wichtig.

Das Gleiche gilt im kleineren Maßstab.

Ein Einfamilienhaus könnte beispielsweise über folgende Komponenten verfügen:

PV-Anlage + Batteriespeicher + Wärmepumpe + Wallbox + Energiemanagement.

Ohne Koordination arbeitet jede Komponente nach ihrer eigenen Logik.

Mit einem Energiemanagementsystem können die Energieflüsse dagegen aufeinander abgestimmt werden.

Produziert die PV-Anlage gerade viel Strom, kann zunächst der Batteriespeicher geladen werden.

Anschließend könnte das Elektroauto zusätzliche Energie aufnehmen.

Oder die Wärmepumpe nutzt den Solarstrom zur Warmwasserbereitung.

Dadurch wird weniger Energie gleichzeitig in das öffentliche Netz eingespeist.

Speicher und flexible Verbraucher können deshalb helfen, Netze zu entlasten – vorausgesetzt, sie werden intelligent eingesetzt.


5. Redispatch zeigt, warum der Netzausbau so wichtig bleibt

Die aktuellen Zahlen machen außerdem deutlich, warum Deutschland weiterhin enorme Investitionen in seine Stromnetze benötigt.

Redispatch ist letztlich eine Reaktion auf einen vorhandenen Engpass.

Besser wäre es natürlich, wenn dieser Engpass gar nicht erst entstehen würde.

Der Netzausbau benötigt jedoch Zeit.

Neue Höchstspannungsleitungen müssen geplant, genehmigt und gebaut werden.

Auch auf der Verteilnetzebene sind umfangreiche Arbeiten notwendig.

Dazu können beispielsweise gehören:

stärkere Leitungen, zusätzliche Kabel, neue Ortsnetzstationen, größere Transformatoren, regelbare Ortsnetztransformatoren, neue Schaltanlagen sowie zusätzliche Mess- und Automatisierungstechnik.

Damit wird die Energiewende gleichzeitig zu einem gewaltigen Infrastrukturprojekt für die Elektrobranche.

Interessant ist außerdem, welche Kraftwerke im ersten Quartal zusätzliche Energie bereitstellten, wenn an anderer Stelle Anlagen heruntergeregelt wurden.

Die größten Einspeisungserhöhungen entfielen laut SMARD auf Steinkohlekraftwerke mit 1.301 GWh, gefolgt von Erdgaskraftwerken mit 918 GWh.

Auch daran sieht man, wie komplex das Stromsystem momentan noch ist.

Mehr erneuerbare Erzeugung bedeutet nicht automatisch, dass konventionelle Kraftwerke sofort überflüssig werden.

Solange Netzengpässe vorhanden sind und ausreichend Speicher beziehungsweise andere Flexibilitäten fehlen, werden steuerbare Erzeugungsanlagen weiterhin für bestimmte Situationen benötigt.

Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD – Netzengpassmanagement Q1 2026.


6. Netzreserve wird teurer

Während die Gesamtkosten des Netzengpassmanagements zurückgingen, entwickelte sich ein Kostenblock in die andere Richtung.

Die Kosten für Reservekraftwerke stiegen.

Die vorläufigen Vorhalte- und einsatzunabhängigen Kosten lagen im ersten Quartal 2026 bei rund 280 Millionen Euro.

Das waren 28 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Zusammen mit den Einsatzkosten beliefen sich die Kosten der Reservekraftwerke auf insgesamt rund 430 Millionen Euro.

Im ersten Quartal 2025 waren es 355 Millionen Euro.

Der Hintergrund: Es befanden sich mehr Kraftwerke in der Netzreserve.

Diese Kraftwerke nehmen nicht regulär am Strommarkt teil, können aber von den Netzbetreibern eingesetzt werden, wenn sie zur Stabilisierung des Netzes benötigt werden.

Auch hier zeigt sich ein wichtiger Unterschied zwischen Energieerzeugung und Versorgungssicherheit.

Es reicht nicht, über ein Jahr betrachtet genügend Kilowattstunden zu produzieren.

Elektrische Energie muss jederzeit verfügbar und transportierbar sein.

Das Stromnetz muss zudem Spannung und Frequenz innerhalb definierter Grenzen halten.

Für Elektriker ist das eigentlich ein vertrautes Prinzip.

Auch eine Gebäudeinstallation wird schließlich nicht nur nach dem jährlichen Energieverbrauch dimensioniert.

Entscheidend ist ebenfalls, welche Leistungen gleichzeitig auftreten können.

Im großen Stromnetz gilt ein ähnlicher Grundsatz – nur in völlig anderen Dimensionen.

Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD – Netzengpassmanagement im ersten Quartal 2026.


7. IT-Sicherheit wird Teil der Versorgungssicherheit

Das zweite große Thema der KW 33 betrifft die Cybersicherheit im Energiesektor.

Am 10. August aktualisierte die Bundesnetzagentur ihre Informationen zur IT-Sicherheit.

Hintergrund sind unter anderem Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes nach der Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie.

Das Thema wird zunehmend wichtig, weil moderne Energieversorgung ohne Informationstechnik kaum noch funktioniert.

Netzleitstellen sind digital.

Umspannwerke werden fernüberwacht.

Schaltanlagen können aus der Ferne gesteuert werden.

Smart Meter übertragen Messwerte.

Erzeugungsanlagen kommunizieren mit Netzbetreibern.

Batteriespeicher reagieren automatisiert auf Markt- und Netzsignale.

Diese Digitalisierung macht das Stromsystem effizienter und flexibler.

Sie schafft aber gleichzeitig neue Angriffsmöglichkeiten.

Ein technischer Defekt an einer einzelnen Anlage ist normalerweise lokal begrenzt.

Ein erfolgreicher Cyberangriff auf zentrale Steuerungs- oder Kommunikationssysteme könnte dagegen wesentlich größere Auswirkungen haben.

Die Bundesnetzagentur definiert deshalb gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Anforderungen an die IT-Sicherheit im Energiesektor.

Quelle: Bundesnetzagentur – „IT-Sicherheit im Energiesektor“, aktualisierter Stand 10.08.2026.


8. Neue Sicherheitsanforderungen für digitale Energiedienste

Interessant ist, dass die Anforderungen nicht mehr ausschließlich klassische Netzbetreiber und große Energieanlagen betreffen.

Die Bundesnetzagentur arbeitet aktuell auch an einem IT-Sicherheitskatalog für Betreiber digitaler Energiedienste.

Die Konsultation soll im Herbst 2026 beginnen.

Das zeigt, wie sehr sich die Energiebranche verändert.

Was ist überhaupt ein digitaler Energiedienst?

Die Grenzen zwischen klassischer Energieanlage und IT-System werden zunehmend unscharf.

Virtuelle Kraftwerke bündeln beispielsweise viele dezentrale Anlagen.

Aggregatoren können zahlreiche Speicher oder Verbraucher gemeinsam steuern.

Energiemanagementsysteme reagieren auf Strompreise oder Netzsignale.

Cloud-Plattformen überwachen Wechselrichter, Speicher und Ladeinfrastruktur.

Damit kann Software inzwischen unmittelbar beeinflussen, wann große elektrische Leistungen erzeugt oder verbraucht werden.

IT-Sicherheit wird dadurch zu einem Bestandteil der Betriebssicherheit.

Für den normalen Elektroinstallateur gelten natürlich andere Anforderungen als für einen großen Netzbetreiber.

Trotzdem kommt das Thema zunehmend im Arbeitsalltag an.

Eine Wallbox mit Cloud-Anbindung ist gleichzeitig ein elektrisches Betriebsmittel und ein Netzwerkgerät.

Das Gleiche gilt für moderne Wechselrichter, Batteriespeicher und Smart-Home-Systeme.

Quelle: Bundesnetzagentur – IT-Sicherheit im Energiesektor; ein Sicherheitskatalog für digitale Energiedienste befindet sich 2026 in Vorbereitung.


9. Was Elektriker bei vernetzten Anlagen beachten sollten

Für Elektrofachkräfte entsteht dadurch ein neues Feld neben der klassischen elektrischen Sicherheit.

Bei einem Wechselrichter achten wir selbstverständlich auf Leitungsdimensionierung, Schutzmaßnahmen, Überspannungsschutz und Netzanschluss.

Bei einem vernetzten Wechselrichter kommen zusätzliche Fragen hinzu:

Ist die Firmware aktuell?

Wurde das Standardpasswort geändert?

Wie ist das Gerät mit dem Netzwerk verbunden?

Ist ein Fernzugriff aktiviert?

Welche Daten werden an eine Cloud übertragen?

Wie lange liefert der Hersteller Sicherheitsupdates?

Ähnliche Fragen stellen sich bei Wallboxen, Energiemanagementsystemen, Smart-Home-Zentralen und Batteriespeichern.

Das bedeutet nicht, dass der Elektriker automatisch zum IT-Administrator werden muss.

Ein gewisses Grundverständnis für Netzwerke und IT-Sicherheit wird aber zunehmend Teil moderner Elektrotechnik.

Vor zwanzig Jahren reichte bei vielen Geräten die Prüfung:

Spannung vorhanden – Gerät funktioniert.

Heute kann die elektrische Versorgung vollkommen in Ordnung sein und die Anlage trotzdem nicht funktionieren, weil beispielsweise die Netzwerkverbindung fehlt, eine falsche IP-Konfiguration vorliegt oder ein Cloud-Dienst nicht erreichbar ist.

Die Fehlersuche verändert sich dadurch grundlegend.


10. Gasnetze: Bundesnetzagentur beschäftigt sich mit zukünftigen Investitionen

Am 14. August veröffentlichte die Bundesnetzagentur außerdem einen Entwurf zur zukünftigen Kapitalverzinsung der Gasnetzbetreiber.

Auf den ersten Blick klingt das nicht nach einem typischen Elektrikerthema.

Indirekt ist die Entwicklung jedoch durchaus interessant.

Die Bundesnetzagentur möchte mit einer pauschalierten Kapitalverzinsung – einer sogenannten WACC-Rate – einen Rahmen schaffen, in dem notwendige Investitionen in Gasnetze weiterhin finanzierbar bleiben.

Warum ist das für die Elektrobranche relevant?

Weil Strom-, Gas- und Wärmewende zunehmend miteinander verbunden sind.

Je mehr Gebäude von Gasheizungen auf Wärmepumpen wechseln, desto stärker steigt der Strombedarf.

Gleichzeitig kann die Nutzung klassischer Gasnetze langfristig zurückgehen.

Ein Teil der Infrastruktur könnte perspektivisch anders genutzt oder zurückgebaut werden, während parallel enorme Investitionen in Stromnetze notwendig werden.

Die Energiewende besteht deshalb nicht nur darin, neue Technik zu installieren.

Gleichzeitig muss entschieden werden, welche bestehende Infrastruktur langfristig noch benötigt wird und wie deren Finanzierung funktioniert.

Für Elektrofachbetriebe ist vor allem die Verschiebung interessant:

Mehr elektrische Anwendungen bedeuten mehr Anforderungen an die elektrische Infrastruktur.

Quelle: Bundesnetzagentur – „Bundesnetzagentur konsultiert pauschalierte Kapitalverzinsung für die Gasnetzbetreiber“, 14.08.2026.


Was bedeutet KW 33 für Elektriker?

Die Meldungen dieser Woche lassen sich auf zwei große Entwicklungen reduzieren.

Die erste lautet:

Unser Stromnetz muss flexibler und leistungsfähiger werden.

Das Netzengpassmanagement kostete allein im ersten Quartal 2026 rund 784 Millionen Euro.

Gleichzeitig nahmen Eingriffe im Verteilnetz deutlich zu.

Damit rückt genau die Netzebene stärker in den Mittelpunkt, an der Photovoltaikanlagen, Wallboxen, Wärmepumpen und Batteriespeicher angeschlossen werden.

Die zweite Entwicklung lautet:

Elektrotechnik und Informationstechnik lassen sich immer weniger voneinander trennen.

Ein modernes Stromnetz benötigt Kommunikation und automatisierte Steuerung.

Ein modernes Gebäude ebenfalls.

Aus:

Netz → Zähler → Verteilung → Verbraucher

wird zunehmend:

Netz ↔ Smart Meter ↔ Energiemanagement ↔ PV ↔ Speicher ↔ Wärmepumpe ↔ Wallbox.

Damit steigen sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Anforderungen an Sicherheit und Fachwissen.


Fazit des ElektrikerWissen Weekly KW 33/2026

Die Kalenderwoche 33 vom 10. bis 16. August 2026 zeigt besonders deutlich, dass die Energiewende inzwischen eine neue Phase erreicht.

Es geht längst nicht mehr ausschließlich darum, möglichst viele Windenergie- und Photovoltaikanlagen zu installieren.

Jetzt wird zunehmend entscheidend, wie die erzeugte Energie transportiert, gespeichert und intelligent genutzt werden kann.

Die aktuellen Redispatch-Zahlen zeigen, dass zwar rund 97 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung genutzt werden konnten, Netzengpässe aber weiterhin hohe Kosten verursachen.

Besonders interessant für das Elektrohandwerk ist der deutliche Anstieg der Maßnahmen im Verteilnetz.

Genau dort treffen PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wallboxen und Wärmepumpen auf eine Netzinfrastruktur, die ursprünglich für ganz andere Lastflüsse gebaut wurde.

Parallel dazu wird IT-Sicherheit zum festen Bestandteil der Energieversorgung.

Je stärker Stromnetze und Gebäude digitalisiert werden, desto wichtiger wird es, nicht nur Leitungen und Schutzmaßnahmen, sondern auch Kommunikation und Software sicher zu beherrschen.

Für Elektrofachkräfte bedeutet das:

Die klassische Elektrotechnik bleibt die Grundlage – Netzwerktechnik, Energiemanagement und IT-Sicherheit kommen zunehmend dazu.

Und genau diese Kombination dürfte das Elektrohandwerk der kommenden Jahre entscheidend prägen.

Die mit Sternchen (*) oder einem Amazon-Symbol gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links auf externe Angebote. Wenn Sie auf einen solchen Link klicken und über diesen Link einen Kauf tätigen, erhalten wir vom Anbieter eine kleine Provision. Für Sie ändert sich hierbei nichts, der Preis verändert sich hierbei nicht.