Cybersecurity, bidirektionales Laden, Stromnetze & neue Kraftwerke
Auch in dieser Woche hat sich in der Elektro- und Energiebranche einiges getan. Besonders interessant ist diesmal, dass viele der aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark klassische Elektrotechnik und Informationstechnik inzwischen zusammenwachsen, wie beim Thema bidirektionales Laden.
Seit dem 11. September gelten beispielsweise erste Verpflichtungen aus dem europäischen Cyber Resilience Act. Damit bekommt die IT-Sicherheit vernetzter Geräte auch für die Elektrobranche eine völlig neue Bedeutung.
Gleichzeitig rückt der VDE Elektroautos als mögliche Energiespeicher für das Stromnetz stärker in den Mittelpunkt. Beim bidirektionalen Laden soll Energie nicht mehr ausschließlich vom Stromnetz zum Fahrzeug fließen – das Fahrzeug könnte zukünftig auch Energie zurück ins Gebäude oder sogar ins öffentliche Netz liefern.
Und auch bei der Versorgungssicherheit tut sich einiges: Am 8. September endete die erste Ausschreibung für neue Langzeitkapazitäten, mit denen Deutschland auch in Zeiten geringer Wind- und Solarstromerzeugung ausreichend gesicherte elektrische Leistung bereitstellen will.
Wir schauen uns die interessantesten Meldungen der Woche wieder etwas genauer an.
1. Cyber Resilience Act: Seit dem 11. September gelten erste Meldepflichten
Eine der wichtigsten Meldungen dieser Woche betrifft nicht unmittelbar Kabel, Schalter oder Sicherungen – sie könnte für die Elektrobranche langfristig trotzdem enorme Bedeutung bekommen.
Seit dem 11. September 2026 gelten die ersten gesetzlichen Verpflichtungen aus dem europäischen Cyber Resilience Act, kurz CRA.
Der VDE weist darauf hin, dass Hersteller digitaler Produkte nun Prozesse eingerichtet haben müssen, mit denen aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle erkannt, bewertet und fristgerecht gemeldet werden können.
Damit beginnt eine neue Phase bei der Produktsicherheit.
Denn elektrische Geräte sind heute zunehmend vernetzte Geräte.
Das gilt beispielsweise für:
- Smart-Home-Komponenten,
- Wallboxen,
- Wechselrichter,
- Batteriespeicher,
- Energiemanagementsysteme,
- intelligente Zähler,
- Gebäudeautomationssysteme,
- Steuerungen,
- Gateways und
- zahlreiche IoT-Geräte.
Während früher bei einem elektrischen Gerät vor allem Schutz gegen elektrischen Schlag, Überlastung, Kurzschluss oder thermische Gefahren betrachtet wurde, kommt eine weitere Ebene hinzu:
die Cybersicherheit.
Ein vernetztes Gerät kann elektrisch vollkommen sicher aufgebaut sein und trotzdem ein Sicherheitsproblem darstellen, wenn beispielsweise seine Software angreifbar ist.
Besonders interessant ist das bei Geräten, die unmittelbar Einfluss auf elektrische Leistungen haben.
Ein kompromittiertes Smart-Home-Leuchtmittel ist ärgerlich. Eine Sicherheitslücke in einem Energiemanagementsystem, einer Wallbox oder einem Wechselrichter kann dagegen deutlich größere Auswirkungen haben.
Der Cyber Resilience Act soll deshalb dafür sorgen, dass Cybersicherheit über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes berücksichtigt wird.
Für Elektroinstallateure bedeutet das nicht, dass sie plötzlich IT-Sicherheitsexperten werden müssen. Trotzdem dürfte das Thema zukünftig häufiger im Arbeitsalltag auftauchen.
Schon heute werden bei modernen Elektroinstallationen regelmäßig Geräte mit dem Internet verbunden. Updates, Passwörter, Netzwerkzugänge und die langfristige Unterstützung durch den Hersteller sollten deshalb bei der Auswahl solcher Komponenten zunehmend berücksichtigt werden.
Quelle: VDE – „Cyber Resilience Act: Erste Meldepflichten treten in Kraft“, 11.09.2026.
2. Elektroautos sollen zu mobilen Energiespeichern werden
Eine weitere spannende Meldung kam am 10. September vom VDE.
Der Verband sieht bidirektionales Laden und intelligent vernetzte Elektrofahrzeuge als wichtige Technologie für die Energiewende und untersucht deren Potenzial aktuell in Forschungsprojekten.
Bisher funktioniert das Laden eines Elektroautos meistens nur in eine Richtung:
Stromnetz → Wallbox → Elektroauto.
Beim bidirektionalen Laden wird daraus:
Stromnetz ↔ Wallbox ↔ Elektroauto.
Das klingt zunächst nach einer kleinen technischen Änderung, könnte aber enorme Auswirkungen auf unser Energiesystem haben.
Denn Elektroautos besitzen vergleichsweise große Batteriespeicher.
Ein Elektroauto mit beispielsweise 60 oder 80 kWh Batteriekapazität speichert deutlich mehr Energie als viele heute in Einfamilienhäusern installierte Heimspeicher.
Stehen zukünftig Millionen Elektroautos viele Stunden am Tag ungenutzt auf Parkplätzen, in Garagen oder auf Firmenparkplätzen, steht theoretisch eine gewaltige Speicherkapazität zur Verfügung.
Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid
Grundsätzlich muss man dabei verschiedene Konzepte unterscheiden.
Bei Vehicle-to-Home (V2H) kann das Elektroauto Energie zurück in das eigene Gebäude liefern.
Ein Haus mit Photovoltaikanlage könnte beispielsweise tagsüber überschüssigen Solarstrom in das Auto laden. Abends könnte ein Teil dieser Energie wieder für den Hausverbrauch genutzt werden.
Noch einen Schritt weiter geht Vehicle-to-Grid (V2G).
Hier kann das Fahrzeug Energie in das öffentliche Stromnetz zurückspeisen beziehungsweise seine Lade- und Entladeleistung netzdienlich verändern.
Das Fahrzeug wird dadurch zu einem kleinen Bestandteil des Energiesystems.
In der Praxis ist das allerdings deutlich komplizierter, als einfach die Stromrichtung umzukehren.
Benötigt werden kompatible Fahrzeuge und Ladeeinrichtungen, geeignete Kommunikationsstandards, Messsysteme, Energiemanagement und entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen.
Auch für Elektrofachbetriebe könnte das interessant werden.
Die Wallbox der Zukunft wäre dann nicht mehr einfach ein fest angeschlossener leistungsstarker Verbraucher. Sie wäre Teil eines intelligenten Energie- und Speichersystems.
3. Die Wallbox entwickelt sich zur Energiezentrale
Das Thema bidirektionales Laden zeigt gleichzeitig, wie stark sich die Ladeinfrastruktur verändert.
Bei einer einfachen Wallbox standen bisher vor allem Fragen wie diese im Vordergrund:
Welche Anschlussleistung wird benötigt?
Welcher Leitungsquerschnitt ist erforderlich?
Wie wird die Wallbox abgesichert?
Welcher Fehlerstromschutz ist erforderlich?
Wie erfolgt die Anmeldung beziehungsweise Genehmigung beim Netzbetreiber?
Diese Fragen bleiben wichtig.
Hinzu kommen jedoch immer häufiger Themen wie Kommunikation und Lastmanagement.
Schon heute können intelligente Wallboxen beispielsweise PV-Überschussladen ermöglichen. Das Fahrzeug wird bevorzugt dann geladen, wenn die eigene Photovoltaikanlage überschüssige Energie produziert.
Noch interessanter wird die Kombination aus:
Photovoltaik + Batteriespeicher + Wärmepumpe + Wallbox + Smart Meter + Energiemanagement.
Das Energiemanagement entscheidet dann beispielsweise, ob Solarstrom zunächst im Haus verbraucht, in den stationären Batteriespeicher geladen oder für das Elektroauto verwendet wird.
Mit bidirektionalem Laden kommt eine weitere Möglichkeit hinzu.
Dann könnte auch die Fahrzeugbatterie Energie zurückgeben.
Damit wächst die klassische Elektroinstallation immer stärker mit Kommunikations- und Informationstechnik zusammen.
Für Elektriker dürfte es deshalb zukünftig nicht mehr ausreichen, ausschließlich den elektrischen Anschluss einer Wallbox zu beherrschen. Kenntnisse über Netzwerke, Schnittstellen, Lastmanagement und Energiemanagement werden zunehmend wichtiger.
Die Grundlage für diese Entwicklung beschreibt der VDE aktuell in seinen Forschungsarbeiten rund um bidirektionales Laden und intelligent vernetzte Elektrofahrzeuge.
4. Neue Kraftwerke für Zeiten ohne ausreichend Wind und Sonne
Am 8. September 2026 gab es außerdem einen wichtigen Termin für die zukünftige Versorgungssicherheit des deutschen Stromsystems.
An diesem Tag endete der erste Gebotstermin für die Ausschreibung sogenannter Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz – StromVKG.
Ausgeschrieben wurden insgesamt 4.500 Megawatt reduzierte Leistung.
Der Höchstpreis dieser Ausschreibungsrunde lag bei 244.000 Euro je Megawatt reduzierter Leistung pro Jahr.
Hinter dem etwas sperrigen Begriff steckt eine wichtige Frage der Energiewende:
Woher kommt der Strom, wenn Wind- und Solaranlagen zeitweise nur wenig Energie erzeugen?
Deutschland baut erneuerbare Energien massiv aus. Windkraft- und Photovoltaikanlagen produzieren jedoch abhängig von Wetter und Tageszeit unterschiedlich viel Energie.
Gleichzeitig müssen Stromerzeugung und Stromverbrauch im elektrischen Energieversorgungssystem ständig im Gleichgewicht gehalten werden.
Deshalb werden weiterhin Anlagen benötigt, die bei Bedarf gesicherte Leistung bereitstellen können.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind für die Ausschreibungen Anlagen zugelassen, die über einen längeren Zeitraum gesichert Strom bereitstellen können.
Die Anlagen müssen außerdem bestimmte technische Anforderungen erfüllen.
Dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit zur Bereitstellung sogenannter Momentanreserve zur Stabilisierung des Netzes.
Erfolgreiche Bieter verpflichten sich laut Bundesnetzagentur über einen Zeitraum von 15 Jahren zur Vorhaltung und Bereitstellung ihrer Erzeugungsleistung und erhalten dafür eine jährliche Vergütung.
Die Zuschläge der ersten Runde sollen bis zum 3. November 2026 bekannt gegeben werden.
5. Warum Momentanreserve für das Stromnetz wichtig ist
Besonders interessant für technisch interessierte Elektriker ist bei dieser Ausschreibung der Begriff Momentanreserve.
Traditionell stammt ein großer Teil dieser stabilisierenden Wirkung aus großen rotierenden Generatoren konventioneller Kraftwerke.
Ihre rotierenden Massen besitzen kinetische Energie und reagieren aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften unmittelbar auf Veränderungen zwischen Erzeugung und Verbrauch.
Mit zunehmender Einspeisung aus Photovoltaik und Windenergie verändert sich diese Struktur.
Viele moderne Erzeugungsanlagen sind über Leistungselektronik beziehungsweise Wechselrichter mit dem Netz verbunden.
Dadurch müssen Funktionen, die früher teilweise automatisch durch die physikalischen Eigenschaften großer Synchrongeneratoren entstanden, zunehmend technisch anders bereitgestellt werden.
Genau mit solchen Fragen beschäftigt sich auch die Energietechnische Gesellschaft im VDE.
Für die Elektrobranche ist das ein gutes Beispiel dafür, dass Energiewende weit mehr bedeutet als zusätzliche Photovoltaikanlagen und Windräder zu installieren.
Das gesamte elektrische Energieversorgungssystem muss weiterhin stabil funktionieren.
Spannung, Frequenz und Leistungsflüsse müssen innerhalb definierter Grenzen bleiben – unabhängig davon, aus welchen Quellen die elektrische Energie gerade stammt.
6. Stromnetze stehen vor völlig neuen Herausforderungen
Auch die zunehmende dezentrale Stromerzeugung verändert die Arbeit der Netzbetreiber.
Früher ließ sich das Stromnetz vereinfacht als Einbahnstraße betrachten:
Kraftwerk → Übertragungsnetz → Verteilnetz → Verbraucher.
Heute kann Energie in beide Richtungen fließen.
In einem Wohngebiet können mittags zahlreiche Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom erzeugen und in das Niederspannungsnetz einspeisen.
Abends verändert sich die Situation möglicherweise komplett.
Die PV-Erzeugung sinkt, gleichzeitig werden Elektroautos geladen und Wärmepumpen betrieben.
Dadurch können innerhalb weniger Stunden völlig unterschiedliche Lastflüsse entstehen.
Der VDE nennt unter anderem Spannungshaltung, Frequenzstützung und Leistungsflussumkehr als wichtige Herausforderungen für zukünftige Verteilnetze.
Hinzu kommt die Integration stromrichterbasierter Anlagen.
Für Elektriker sind diese Entwicklungen unmittelbar relevant.
Denn viele Veränderungen beginnen in der Niederspannungsinstallation:
PV-Anlagen erzeugen Energie.
Wallboxen benötigen hohe Leistungen.
Wärmepumpen erhöhen den Stromverbrauch.
Batteriespeicher können sowohl Verbraucher als auch Erzeuger sein.
Smart Meter liefern Messwerte.
Energiemanagementsysteme steuern Verbraucher und Erzeuger.
Damit entsteht aus einer klassischen Gebäudeinstallation zunehmend ein kleines dezentrales Energiesystem.
Quelle: VDE/ETG – „Netzregelung und Systemführung 2026 – Stabilität im Wandel“.
7. Photovoltaik wird immer stärker zur Gemeinschaftsaufgabe verschiedener Gewerke
Auch bei Photovoltaikanlagen verändert sich der Arbeitsalltag.
Eine moderne PV-Anlage betrifft längst nicht ausschließlich das Elektrohandwerk.
Auf einem Gebäude treffen beispielsweise Dachdecker, Zimmerer, Elektriker und teilweise SHK-Fachbetriebe aufeinander.
Seit 2024 gibt es deshalb eine gemeinsame Vereinbarung verschiedener Handwerksorganisationen zur gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen.
Zum 1. September 2026 wurde diese Vereinbarung erweitert und neu gefasst.
Neu einbezogen wurden unter anderem Metallbauer sowie Zimmerer und Holzbauer. Außerdem wurde das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk stärker integriert.
Ein wichtiges Ziel sind klare Zuständigkeiten und sichere Arbeitsabläufe.
Dazu wurden unter anderem Anforderungen an das sichere Arbeiten auf Dächern, die Nutzung von Arbeits- und Schutzgerüsten sowie Schulungsanforderungen für elektrotechnisch unterwiesene Personen bei PV-Anlagen definiert.
Gerade beim starken Ausbau der Photovoltaik ist eine solche Trennung der Verantwortlichkeiten wichtig.
Denn nicht jede Arbeit an einer PV-Anlage ist automatisch eine elektrotechnische Tätigkeit – gleichzeitig dürfen elektrotechnische Arbeiten nicht einfach von beliebigen Gewerken übernommen werden.
Für Elektrofachbetriebe dürfte die Zusammenarbeit mit Dachdeckern, Zimmerern und Heizungsbauern deshalb in Zukunft noch alltäglicher werden.
8. Ausschreibungen im Elektrohandwerk werden zunehmend digital ausgewertet
Nicht nur die Technik auf der Baustelle verändert sich.
Auch die Arbeit im Büro wird digitaler.
Der ZVEH berichtete in dieser Woche über einen neuen Ausschreibungsassistenten auf der Plattform electrofy.
Das System soll GAEB- und PDF-Ausschreibungen automatisch einlesen und daraus kalkulationsfähige sowie exportierbare Ergebnisse erzeugen.
Wer regelmäßig größere Leistungsverzeichnisse bearbeitet, kennt den Aufwand.
Positionen müssen geprüft, Leistungen erfasst, Materialien zugeordnet und Preise kalkuliert werden.
Gerade bei großen Ausschreibungen können dabei schnell Hunderte oder sogar Tausende Positionen zusammenkommen.
Digitale Systeme können einen Teil dieser Arbeit automatisieren.
Die fachliche Kontrolle bleibt trotzdem entscheidend.
Denn nur weil eine Software eine Position aus einem Leistungsverzeichnis korrekt erkennt, bedeutet das noch lange nicht, dass die ausgeschriebene Lösung technisch sinnvoll oder vollständig beschrieben ist.
Für Elektrofachbetriebe dürfte genau diese Kombination interessant werden:
Software übernimmt Routinearbeit – Fachkräfte übernehmen Prüfung und Entscheidung.
In Zeiten von Fachkräftemangel könnte die Digitalisierung von Büroprozessen deshalb mindestens genauso interessant sein wie die Digitalisierung der eigentlichen Elektroinstallation.
9. Klassische Elektrotechnik und IT wachsen immer stärker zusammen
Schaut man sich die Themen dieser Woche gemeinsam an, fällt eine Entwicklung besonders auf.
Die Grenze zwischen Elektrotechnik und Informationstechnik wird immer unschärfer.
Eine Wallbox besitzt einen Netzwerkanschluss.
Ein Wechselrichter kommuniziert mit einer Cloud.
Ein Batteriespeicher wird über eine App konfiguriert.
Ein Smart Meter übermittelt Messwerte.
Ein Energiemanagementsystem steuert Verbraucher.
KNX-, DALI- und andere Bussysteme vernetzen Gebäudetechnik.
Und selbst einfache Geräte erhalten WLAN, Bluetooth oder andere Kommunikationsschnittstellen.
Damit verändert sich auch die Fehlersuche.
Früher konnte beispielsweise geprüft werden:
Liegt Spannung an?
Ist die Sicherung eingeschaltet?
Ist die Leitung unterbrochen?
Funktioniert der Verbraucher?
Heute kann die elektrische Versorgung vollkommen in Ordnung sein und die Anlage funktioniert trotzdem nicht.
Dann liegt der Fehler möglicherweise in der Kommunikation, Konfiguration, Firmware, Cloud-Anbindung oder Netzwerkeinstellung.
Der Cyber Resilience Act macht gleichzeitig deutlich, dass diese Vernetzung nicht nur Komfort bringt.
Jede zusätzliche Schnittstelle kann auch eine zusätzliche Angriffsfläche darstellen.
Für Elektrofachkräfte werden grundlegende Kenntnisse in Netzwerk- und Kommunikationstechnik deshalb immer wertvoller.
10. Was bedeutet die Entwicklung für Elektriker?
Die Meldungen aus KW 37 zeigen sehr schön, wohin sich das Elektrohandwerk entwickelt.
Der klassische Elektriker wird weiterhin Leitungen verlegen, Verteilungen installieren, Schutzmaßnahmen prüfen und Fehler suchen.
Diese Grundlagen verschwinden nicht.
Darüber entsteht jedoch eine zusätzliche Ebene.
Ein modernes Gebäude könnte zukünftig beispielsweise aus folgendem System bestehen:
Netzanschluss → Smart Meter → Energiemanagement → PV-Anlage → Batteriespeicher → Wärmepumpe → bidirektionale Wallbox → Elektroauto → Smart Home.
Alle Komponenten können miteinander kommunizieren.
Der Strom fließt dabei nicht mehr zwangsläufig nur vom Netz zum Verbraucher.
Die PV-Anlage speist Energie ein.
Der Batteriespeicher nimmt Energie auf und gibt sie wieder ab.
Das Elektroauto könnte zukünftig ebenfalls Energie aufnehmen und zurückspeisen.
Das Energiemanagement entscheidet, welche Energie wohin fließt.
Und intelligente Mess- und Steuerungstechnik verbindet das Gebäude mit dem Stromnetz.
Für Elektrofachkräfte entstehen daraus neue Anforderungen – aber gleichzeitig auch neue Geschäftsfelder.
Besonders interessant werden Kenntnisse in den Bereichen Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher, Energiemanagement, Netzwerktechnik, Smart Home und Messwesen.
Fazit des ElektrikerWissen Weekly KW 37/2026
Die Kalenderwoche 37 vom 7. bis 13. September 2026 zeigt exemplarisch, wie schnell sich die Elektrobranche momentan verändert.
Mit den ersten Meldepflichten des Cyber Resilience Acts wird Cybersicherheit endgültig zu einem Thema für Hersteller vernetzter elektrischer Geräte.
Beim bidirektionalen Laden könnten Elektroautos zukünftig vom reinen Verbraucher zum mobilen Energiespeicher werden.
Mit der ersten Ausschreibung für 4.500 MW Langzeitkapazitäten wird gleichzeitig deutlich, dass zur Energiewende nicht nur der Ausbau erneuerbarer Energien gehört. Auch gesicherte Leistung und Netzstabilität müssen gewährleistet werden.
Parallel dazu werden Stromnetze intelligenter, Photovoltaikprojekte gewerkeübergreifender und selbst klassische Büroarbeiten im Elektrofachbetrieb zunehmend automatisiert.
Der gemeinsame Nenner lautet:
Elektrische Energie, Digitalisierung und Kommunikation wachsen immer stärker zusammen.
Für Elektriker ist das eine Herausforderung – gleichzeitig dürfte kaum ein anderes Handwerk bei Energiewende, Elektromobilität und Digitalisierung eine derart zentrale Rolle spielen.
Im nächsten ElektrikerWissen Weekly schauen wir wieder auf die interessantesten Entwicklungen aus Elektrotechnik, Elektrohandwerk, Energietechnik, Photovoltaik, Elektromobilität und Stromnetz.
Welche dieser Entwicklungen begegnet euch bereits im Arbeitsalltag? Sind es PV-Anlagen und Speicher, Wallboxen, Wärmepumpen – oder inzwischen immer häufiger Netzwerk- und Kommunikationstechnik?
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