ElektrikerWissen.de Weekly | 28. September bis 4. Oktober 2026
Willkommen zum ElektrikerWissen.de Weekly für die Kalenderwoche 40/2026!
Auch in dieser Woche gab es wieder interessante Entwicklungen aus Elektrotechnik, Elektrohandwerk und Energiewende. Im Mittelpunkt stehen diesmal neue Informationspflichten beim Verkauf von Elektrogeräten, technische Entwicklungen rund um intelligente Messsysteme und die Finanzierung der Energiewende.
Außerdem schauen wir auf die Gebäudeautomation und darauf, welche neuen Anforderungen und Geschäftsmöglichkeiten auf Elektrofachbetriebe zukommen.
1. Neue Informationspflichten beim Verkauf von Elektrogeräten und Leuchten
Seit dem 27. September 2026 gelten zusätzliche Informationspflichten beim Verkauf von Waren an Verbraucher. Darauf weist auch das Elektrohandwerk in einer Meldung vom 1. Oktober hin. Die Änderungen betreffen unter anderem Unternehmen, die elektrische Geräte oder Leuchten an Endverbraucher verkaufen.
Auch für Elektrofachbetriebe ist diese Neuerung wichtig. Viele Betriebe erbringen nicht ausschließlich Installationsleistungen, sondern verkaufen auch elektrische Betriebsmittel,, Beleuchtunganlagen, Elektrogeräte oder Wallboxen an Endverbraucher. Die neuen Anforderungen sollten deshalb insbesondere von Betrieben geprüft werden, die eigene Verkaufsflächen oder einen Onlineshop betreiben.
Was bedeutet das für Elektriker?
Neben der fachgerechten Installation spielen auch rechtliche Anforderungen an den Vertrieb elektrotechnischer Produkte eine Rolle. Elektrofachbetriebe sollten ihre Verkaufsprozesse und Kundeninformationen auf Aktualität prüfen.
Quelle: Elektrohandwerk Niedersachsen/Bremen, „Neue Informationspflichten beim Verkauf von Elektrogeräten oder Leuchten“, 01.10.2026.
2. Hager stellt neue Lösung für die Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme vor
Der Smart-Meter-Rollout stellt auch neue Anforderungen an die Ausstattung von Zählerplätzen.
Am 2. Oktober wurde eine neue Lösung von Hager vorgestellt: ein Sammelschienen-Leitungsschutzschalter mit der Bezeichnung SALS.
Das Produkt soll die Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme innerhalb entsprechend ausgestatteter Zähleranlagen vereinfachen.
Für Elektroinstallateure ist das Thema besonders relevant, da moderne Zähleranlagen zunehmend auf intelligente Messsysteme, Kommunikationseinrichtungen und die Anforderungen der Energiewende vorbereitet werden müssen.
Was bedeutet das für die Praxis?
Bei der Planung und Modernisierung von Zähleranlagen müssen Elektrofachkräfte unter anderem die geltenden Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers, die VDE-AR-N 4100 und die Herstellervorgaben berücksichtigen.
Neue Systemkomponenten können die Installation vereinfachen. Ob und wie sie eingesetzt werden dürfen, hängt jedoch von der jeweiligen Zählerplatzkonfiguration und den geltenden Anschlussbedingungen ab.
Quelle: Elektrohandwerk Niedersachsen/Bremen, Produktmeldung zu Hager SALS, 02.10.2026.
3. Energiewende: Verbände warnen vor Zweckentfremdung von Fördermitteln
Wie sollen die notwendigen Investitionen in Energiewende und Klimaschutz finanziert werden?
Diese Frage beschäftigte auch in KW 40 die Elektrobranche.
Am 30. September berichtete der ZVEH über zwei Verbändeappelle, die sich gegen eine Umschichtung von Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfonds in den allgemeinen Bundeshaushalt richten.
Der Fonds dient unter anderem der Finanzierung von Maßnahmen für Klimaschutz und Transformation.
Aus Sicht der beteiligten Verbände sollten die vorgesehenen Gelder ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend eingesetzt werden.
Warum betrifft das das Elektrohandwerk?
Die Energiewende ist längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Elektrofachbetriebe.
Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Energiemanagementsysteme und moderne Gebäudetechnik schaffen neue Aufträge.
Gleichzeitig benötigen Unternehmen und private Bauherren verlässliche Rahmenbedingungen, um langfristige Investitionsentscheidungen treffen zu können.
Die Diskussion um den Klima- und Transformationsfonds betrifft deshalb nicht nur die Energiepolitik, sondern mittelbar auch die Auftragsentwicklung im Elektrohandwerk.
Quelle: ZVEH, „Gelder aus dem Klima- und Transformationsfonds nicht zweckentfremden“, 30.09.2026.
4. Gebäudeautomation: Neue Anforderungen und Chancen für Elektrofachbetriebe
Gebäude werden zunehmend intelligent. Beleuchtung, Heizung, Lüftung und weitere technische Anlagen sollen nicht mehr isoliert arbeiten, sondern möglichst effizient miteinander kommunizieren.
Das bringt neue Anforderungen an die Planung und Installation mit sich.
Der ZVEH kündigte am 28. September ein Webinar für den 7. Oktober an, das sich mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beschäftigt.
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der geplanten beziehungsweise diskutierten gesetzlichen Änderungen und die daraus entstehenden Möglichkeiten für Elektrofachbetriebe.
Warum ist das interessant?
Moderne Gebäudeautomation umfasst weit mehr als das automatische Schalten von Beleuchtung.
Dazu gehören beispielsweise:
- Intelligente Heizungs- und Raumregelung
- Automatische Beleuchtungssteuerung
- Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs
- Integration von Photovoltaik und Batteriespeichern
- Lastmanagement für Ladeeinrichtungen
Für Elektrofachkräfte entstehen dadurch zusätzliche Aufgaben in Planung, Programmierung, Inbetriebnahme und Wartung.
Quelle: ZVEH / elektro.net, „Webinar zu GModG und BEG: Das müssen Betriebe jetzt wissen“, 28.09.2026.
5. Elektrohandwerk bleibt vielseitig: Fachkräfte und Nachwuchs im Mittelpunkt
Wie vielseitig der Beruf des Elektronikers inzwischen geworden ist, zeigte Ende September eine Berufsmesse in Bad Fallingbostel.
Unter dem Motto „Kabel, Klicks und ein Winkemännchen“ wurde das Elektrohandwerk praxisnah vorgestellt.
Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um das Verlegen von Leitungen und Anschließen von Steckdosen.
Elektrofachkräfte arbeiten heute unter anderem in der klassischen Elektroinstallation, Energieversorgung, Automatisierungstechnik, Informationstechnik und erneuerbaren Energietechnik.
Gerade diese Vielfalt macht das Berufsfeld für den Nachwuchs interessant.
Was bedeutet das für die Branche?
Die Anforderungen an Fachkräfte entwickeln sich kontinuierlich weiter. Neben elektrotechnischen Grundlagen gewinnen Kenntnisse in Netzwerktechnik, digitalen Systemen und Energiemanagement zunehmend an Bedeutung.
Umso wichtiger ist es, junge Menschen frühzeitig für elektrotechnische Berufe zu begeistern.
Quelle: Elektrohandwerk Niedersachsen/Bremen, „Kabel, Klicks und ein Winkemännchen – Elektrohandwerk zum Anfassen“, 29.09.2026.
Fazit: Was bleibt von KW 40/2026?
Die Meldungen dieser Woche zeigen, dass sich das Elektrohandwerk sowohl technisch als auch wirtschaftlich weiterentwickelt.
Neue Komponenten sollen die Installation intelligenter Messsysteme erleichtern. Gleichzeitig verändern gesetzliche Anforderungen die Abläufe in Elektrofachbetrieben.
Die Energiewende bleibt ein wichtiges Zukunftsfeld, benötigt aber verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Auch die Gebäudeautomation gewinnt weiter an Bedeutung. Damit wachsen die Anforderungen an Fachwissen, Planung und die Zusammenarbeit unterschiedlicher technischer Systeme.
Für Elektriker bedeutet das: Wer sich regelmäßig weiterbildet und technische Entwicklungen verfolgt, kann die neuen Möglichkeiten aktiv nutzen.
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