Hydraulisch, elektronisch oder vollelektronisch – beim Kauf eines Durchlauferhitzers stößt man schnell auf unterschiedliche Bezeichnungen. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied? Vereinfacht gesagt unterscheiden sich die Geräte vor allem darin, wie genau sie ihre Heizleistung an den tatsächlichen Warmwasserbedarf anpassen können. Moderne elektronisch geregelte Durchlauferhitzer bieten dadurch gegenüber alten hydraulischen Geräten einen wesentlich höheren Warmwasserkomfort und können gleichzeitig Energie und Wasser sparen.
Wie funktioniert ein Durchlauferhitzer?
Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser wie der Name schon sagt, direkt beim Durchlauf. Es wird also nur dann Wasser erwärmt, wenn es tatsächlich benötigt wird.
Wird eine Warmwasserarmatur geöffnet, strömt kaltes Wasser durch den Durchlauferhitzer (DLE) und wird unmittelbar erwärmt. Im Gegensatz zu einem Warmwasserspeicher wird dabei kein Wasservorrat dauerhaft auf Temperatur gehalten. Es wird nur das erhitzt, was wirklich benötigt wird.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Es entstehen keine Verluste durch die reine Bereitschaft des warm gehaltenen Speichers. Dafür benötigt ein elektrischer Durchlauferhitzer während des Betriebs eine sehr hohe elektrische Leistung.
Typische Geräte für Badezimmer besitzen beispielsweise Anschlussleistungen von:
18 kW / 21 kW / 24 kW / 27 kW
Sie werden üblicherweise dreiphasig im Dreieck an 400 V angeschlossen.
Welche elektrische Leistung notwendig ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Wasser pro Minute erwärmt werden soll und um wie viele Kelvin beziehungsweise Grad Celsius dessen Temperatur erhöht werden muss. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich hydraulische, elektronische und vollelektronische Durchlauferhitzer. Während ältere Geräte ihre Leistung nur sehr grob anpassen können, regeln moderne Geräte wesentlich genauer auf eine eingestellte Temperatur.
Hydraulische Durchlauferhitzer
Hydraulische Durchlauferhitzer stellen die älteste der hier betrachteten Techniken dar. Die Steuerung erfolgt im Wesentlichen abhängig von Wasserdruck beziehungsweise Wasserdurchfluss. Wird eine ausreichende Wassermenge gezapft, schaltet das Gerät die Heizleistung ein. Je nach Gerät stehen dabei üblicherweise zwei Leistungsstufen zur Verfügung.
Vereinfacht kann ein hydraulischer Durchlauferhitzer also beispielsweise zwischen den Zuständen „Aus“, „Geringe Leistung“ und „Volle Leistung“ wechseln. Eine stufenlose Anpassung der elektrischen Heizleistung an die tatsächlich gewünschte Warmwassertemperatur findet dabei nicht statt. Genau daraus ergibt sich einer der größten Nachteile dieser Technik.
Die gewünschte Temperatur wird häufig dadurch eingestellt, dass an der Armatur kaltes Wasser zugemischt beziehungsweise die Warmwassermenge verändert wird. Das ist energetisch nicht optimal. Der Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser möglicherweise stärker als eigentlich notwendig und anschließend wird wieder kaltes Wasser zugemischt, um die gewünschte Temperatur zu erhalten.
Ein weiteres Problem können Schwankungen des Wasserdrucks beziehungsweise der Durchflussmenge sein. Wird beispielsweise während des Duschens an einer anderen Zapfstelle Wasser entnommen, können sich die Bedingungen verändern. Das kann bei einem hydraulischen Durchlauferhitzer zu deutlich spürbaren Temperaturschwankungen führen.
Auch eine sehr geringe Wasserentnahme kann problematisch sein. Hydraulische Geräte benötigen üblicherweise einen bestimmten Mindestdurchfluss, damit sie überhaupt einschalten. Wird dieser unterschritten, schaltet das Gerät ab.
Vorteile hydraulischer Durchlauferhitzer
Hydraulische Geräte haben natürlich nicht ausschließlich Nachteile. Einer der Vorteile ist die vergleichsweise einfache Technik. Dadurch sind diese in Anschaffung meist günstiger und haben keine Elektronik, die ausfallen kann.
Aus heutiger Sicht überwiegen allerdings meist die Nachteile:
- Die Leistung lässt sich nur sehr grob regeln z.b. durch Stufe 1 / Stufe 2
- geringerer Komfort
- mögliche Temperaturschwankungen
- gewünschte Temperatur häufig durch Beimischen von Kaltwasser
- dadurch ggf. unnötige Energieverschwendung
- gegenüber moderner Regelung höherer Energie- und Wasserverbrauch möglich
Wer heute einen alten hydraulischen Durchlauferhitzer ersetzen muss, sollte deshalb in der Regel prüfen, ob ein moderner elektronischer Durchlauferhitzer eingesetzt werden kann.
Elektronische Durchlauferhitzer
Bei elektronischen Durchlauferhitzern übernimmt eine Elektronik die Steuerung beziehungsweise Regelung der Heizleistung. Dadurch kann die Leistung wesentlich genauer an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Anstatt lediglich zwischen zwei festen Leistungsstufen umzuschalten, wird nur die Heizleistung bereitgestellt, die zur Erwärmung des Wassers benötigt wird.
Dabei können je nach Gerät verschiedene Werte erfasst werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Wasserdurchfluss
- Zulauftemperatur
- eingestellte Wunschtemperatur
- gegebenenfalls Auslauftemperatur
Aus diesen Informationen ermittelt die Elektronik die notwendige Heizleistung. Das sorgt dafür, dass nicht unnötig mehr Energie in das Wasser eingebracht wird als erforderlich. Wird beispielsweise eine Wassertemperatur von 38 °C eingestellt, versucht der Durchlauferhitzer das Wasser entsprechend dieser Vorgabe zu erwärmen. Das ständige Nachregeln über die Mischbatterie wird dadurch weitgehend überflüssig.
Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zum hydraulischen Durchlauferhitzer. Statt das Wasser zunächst stark zu erhitzen und anschließend kaltes Wasser beizumischen, kann die benötigte Temperatur direkt am Durchlauferhitzer eingestellt werden.
Elektronisch gesteuert oder elektronisch geregelt?
An dieser Stelle wird es etwas komplizierter. Die Bezeichnung „elektronischer Durchlauferhitzer“ wird häufig als Oberbegriff verwendet. Technisch können sich die Geräte allerdings deutlich unterscheiden. Je nach Hersteller findet man beispielsweise die Bezeichnungen:
- elektronisch gesteuert
- elektronisch geregelt
- vollelektronisch geregelt
Der Hauptunterschied liegt dabei in der Art der Temperaturregelung. Ein elektronisch gesteuerter DLE regelt die Leistung nur anhand der Einlauftemperatur und der Durchflussmenge. Der elektronisch geregelte Durchlauferhitzer (vollelektronisch) dagegen misst zusätzlich die Auslauftemperatur und lässt diese in die Steuerung seiner Leistung mit einfließen. Dabei kann er anhand der gemessenen Temperatur am Auslauf die Temperatur gradgenau nachregeln.
Vollelektronische Durchlauferhitzer
Vollelektronische Durchlauferhitzer stellen bei vielen Herstellern die höchste Komfortstufe dar. Wie im vorigen Absatz bereits beschrieben, überwachen sie weitere für die Warmwasserbereitung relevante Größen und können die Leistung sehr genau anpassen.
Bei hochwertigen Geräten wird beispielsweise zusätzlich die tatsächliche Auslauftemperatur erfasst. Dadurch erhält die Elektronik eine Rückmeldung darüber, ob die eingestellte Wunschtemperatur tatsächlich erreicht wurde. Dadurch kann der DLEH bei Bedarf nachregeln und so die exakte Zieltemperatur erreichen.
Das Prinzip ähnelt damit einem geschlossenen Regelkreis:
Der Benutzer gibt beispielsweise 38 °C als Sollwert vor. Das Gerät erfasst die für die Erwärmung relevanten Werte und passt die Heizleistung an. Die tatsächliche Warmwassertemperatur wird überwacht und die Regelung kann bei Abweichungen entsprechend nachregeln. Bei besonders hochwertigen vollelektronischen Geräten kommt zusätzlich eine automatische Regelung der Durchflussmenge hinzu. Das ist vor allem dann interessant, wenn die maximale Heizleistung des Durchlauferhitzers nicht mehr ausreicht.
Hydraulisch, elektronisch und vollelektronisch im Vergleich
Die Unterschiede lassen sich vereinfacht folgendermaßen zusammenfassen:
Hydraulischer Durchlauferhitzer
Die Heizleistung wird abhängig von Wasserdruck beziehungsweise Durchfluss in wenigen Leistungsstufen geschaltet, typischerweise in den Stufen 0-1-2
Vorteile:
- einfache Technik
- bei Altanlagen häufig bereits vorhanden
Nachteile:
- grobe Leistungsregelung
- Temperaturschwankungen möglich
- geringerer Komfort
- unnötig hohe Erwärmung möglich
- häufig Beimischen von Kaltwasser notwendig
Elektronischer Durchlauferhitzer
Eine elektronische Steuerung beziehungsweise Regelung passt die Heizleistung an den tatsächlichen Bedarf an.
Vorteile:
- deutlich genauere Leistungsanpassung
- konstantere Warmwassertemperatur
- weniger unnötige Erwärmung
- höherer Komfort
- geringerer Energie- und Wasserverbrauch gegenüber alten hydraulischen Geräten möglich
Vollelektronischer Durchlauferhitzer
Mehrere Messwerte werden kontinuierlich berücksichtigt. Hochwertige Geräte überwachen zusätzlich die Auslauftemperatur und können teilweise sogar die Wassermenge automatisch regeln.
Vorteile:
- sehr hoher Temperaturkomfort
- präzise Temperaturregelung
- automatische Nachregelung
- je nach Gerät automatische Durchflussbegrenzung bei Erreichen der Leistungsgrenze
- häufig zusätzliche Komfortfunktionen
Der Nachteil liegt vor allem im höheren Anschaffungspreis.
Wie viel Strom spart ein elektronischer Durchlauferhitzer?
Eine häufig gestellte Frage ist, wie viel Strom durch den Austausch eines hydraulischen Durchlauferhitzers tatsächlich eingespart werden kann. Eine pauschale Prozentangabe ist schwierig. Die Einsparung hängt stark davon ab, wie der alte Durchlauferhitzer betrieben wurde und wie das Warmwasser genutzt wird.
Ein elektronischer Durchlauferhitzer besitzt nicht deshalb automatisch einen wesentlich besseren Wirkungsgrad, weil sein Heizelement aus elektrischer Energie plötzlich deutlich mehr Wärme erzeugen könnte. Der entscheidende Vorteil liegt vielmehr in der bedarfsgerechten Regelung.
Das Wasser wird möglichst nur auf die tatsächlich benötigte Temperatur erwärmt. Bei einem hydraulischen Durchlauferhitzer kann dagegen beispielsweise folgendes passieren:
Es wird nur minimal erwärmtes Wasser benötigt. Der DLE heizt aber entsprechend seiner eingestellten Stufe entweder auf Stufe 1 oder Stufe 2 und damit auf Volllast. Um die gewünschte Temperatur zu erreichen muss das Wasser kühler werden, als es der DLEH ausgibt. Dafür wird an der Armatur kaltes Wasser zugemischt. Die zuvor zusätzlich eingebrachte Wärme war für die gewünschte Nutzung eigentlich nicht notwendig.
Hersteller nennen beim Austausch alter hydraulischer Geräte teilweise Einsparpotenziale von bis zu etwa 30 Prozent. Solche Werte sollten allerdings nicht als Garantie für jeden Haushalt verstanden werden. Das sind häufig Werte, die unter Idealbedingungen gemessen wurden und nicht unter normalen Bedingungen im Alltag.
Bei einem häufig genutzten alten hydraulischen Durchlauferhitzer kann sich ein Austausch aber trotzdem bezahlt machen.
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