ElektrikerWissen.de Weekly | 5. bis 11. Oktober 2026
Willkommen zu einer neuen Ausgabe des ElektrikerWissen Weekly!
In Kalenderwoche 41 gab es wieder einige interessante Entwicklungen aus der Elektrotechnik, Energiewende und Gebäudeautomation. Besonders im Fokus stehen die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), neue Möglichkeiten für große Batteriespeicher und die zunehmende Vernetzung von Photovoltaikanlagen, Wallboxen und Smart-Home-Systemen.
Außerdem werfen wir einen Blick auf aktuelle Fachthemen aus der Elektroinstallation und neue Entwicklungen in der industriellen Automatisierung.
1. EEG-Reform 2026: Was ändert sich für Photovoltaikanlagen?
Die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sorgt weiterhin für Diskussionen in der Solarbranche. In einem Marktupdate vom 5. Oktober berichtet der Photovoltaik-Großhändler Memodo über den aktuellen Stand der EEG-Novelle und des Netzanschlusspakets. Besonders interessant für Betreiber und Installateure kleiner Photovoltaikanlagen sind mehrere geplante Änderungen.
Dazu gehört die perspektivische Abschaffung der festen Einspeisevergütung für neue kleine Dachanlagen. Stattdessen soll die Direktvermarktung von Solarstrom eine größere Rolle spielen. Darüber hinaus wird über eine dauerhafte Begrenzung der Einspeiseleistung kleinerer Dachanlagen auf 50 Prozent diskutiert.
Wichtig: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung handelt es sich um geplante gesetzliche Änderungen. Die endgültige Ausgestaltung steht noch nicht fest.
Was bedeutet das für Elektrofachbetriebe?
Sollten die geplanten Änderungen umgesetzt werden, könnten Eigenverbrauchsoptimierung, Batteriespeicher und intelligentes Energiemanagement weiter an Bedeutung gewinnen.
Photovoltaikanlagen müssten dann noch stärker als bisher auf den tatsächlichen Energiebedarf eines Gebäudes abgestimmt werden.
Quelle: Memodo – PV-Marktupdate Oktober 2026
2. SMA erhält erste Zertifizierung für neuen Momentanreserve-Markt
Eine interessante technische Entwicklung gibt es im Bereich großer Batteriespeicher.
Am 5. Oktober wurde bekannt, dass SMA die erste Zertifizierung nach dem entsprechenden VDE-FNN-Hinweis für netzbildende Eigenschaften erhalten hat. Die Zertifizierung betrifft die Wechselrichterplattform Sunny Central Storage UP-S. Damit können entsprechend ausgestattete Großbatteriespeicher am deutschen Markt für Momentanreserve teilnehmen.
Doch was steckt dahinter?
Konventionelle Kraftwerke mit großen rotierenden Generatoren stellen dem Stromnetz durch ihre rotierenden Massen eine natürliche Trägheit zur Verfügung. Diese sogenannte Momentanreserve hilft dabei, schnelle Frequenzänderungen abzufedern. Mit dem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien und leistungselektronisch gekoppelter Erzeugungsanlagen werden alternative Lösungen benötigt. Netzbildende Wechselrichter können dazu beitragen, die Stabilität des Stromnetzes zu unterstützen.
Was bedeutet das für die Elektrotechnik?
Große Batteriespeicher übernehmen zunehmend Aufgaben, die bislang hauptsächlich von konventionellen Kraftwerken erfüllt wurden.
Für Elektrofachkräfte und Planer entstehen damit neue Anforderungen bei Netzanschluss, Schutztechnik und Inbetriebnahme entsprechender Anlagen.
Quelle: WattsUp – News aus den Elektro-Handwerken
3. Photovoltaik, Wallbox und Smart Home wachsen zusammen
Die klassische Trennung zwischen Photovoltaikanlage, Ladeinfrastruktur und Gebäudeautomation verliert zunehmend an Bedeutung.
Ein Praxisbeispiel vom 9. Oktober zeigt, wie der Elektrofachbetrieb Buttenbruck Elektrotechnik diese Bereiche zu einem gemeinsamen Energiemanagementsystem verbindet. Im Mittelpunkt steht die intelligente Nutzung selbst erzeugter elektrischer Energie. So kann beispielsweise überschüssiger Solarstrom gezielt zum Laden eines Elektrofahrzeugs verwendet werden.
Auch weitere Verbraucher wie Wärmepumpen oder Batteriespeicher können in ein entsprechendes Energiemanagement eingebunden werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein höherer Eigenverbrauch, eine bessere Abstimmung elektrischer Verbraucher und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Energie.
Was bedeutet das für Elektriker?
Elektrofachbetriebe benötigen zunehmend Kenntnisse über die klassische Installationstechnik hinaus. Neben dem Anschluss der Komponenten gewinnen Kommunikationsschnittstellen, Netzwerkprotokolle, Energiemanagementsysteme und die Programmierung intelligenter Steuerungen an Bedeutung.
Quelle: Elektrohandwerk Aktuell – Photovoltaik, E-Mobilität und Smart Home als Gesamtsystem
4. Neue Fachthemen: Blitzschutz, PRCD und steuerbare Verbrauchseinrichtungen
Am 6. Oktober erschien die Oktoberausgabe der Fachzeitschrift „de“ mit zahlreichen praxisrelevanten Themen aus der Elektroinstallation.
Besonders interessant sind die Beiträge zu den aktuellen Blitzschutzanforderungen, zum Fehlerstromschutz für mobile Anwendungen und zur netzorientierten Steuerung elektrischer Verbraucher.
Blitzschutz nach DIN EN IEC 62305-3
Die Ausgabe beschäftigt sich unter anderem mit der Norm DIN EN IEC 62305-3 (VDE 0185-305-3):2025-10 und den Gefahren eines unvollständigen Blitzschutzsystems.
Gerade bei der Planung und Erweiterung bestehender Anlagen müssen die einzelnen Bestandteile des Blitzschutzsystems aufeinander abgestimmt werden.
Fehlerstromschutz durch PRCD
Ein weiteres Thema sind ortsveränderliche Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, sogenannte PRCDs.
Diese kommen beispielsweise beim Einsatz elektrischer Betriebsmittel an wechselnden Einsatzorten infrage. Je nach Ausführung bieten sie zusätzliche Schutzfunktionen. Sie ersetzen jedoch nicht die erforderliche Prüfung der elektrischen Anlage und die Einhaltung der jeweiligen Schutzmaßnahmen.
Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG
Auch die netzorientierte Steuerung von Verbrauchseinrichtungen wird behandelt.
Hier geht es insbesondere um die Integration steuerbarer Anlagen wie Wärmepumpen, privater Ladeeinrichtungen und bestimmter Batteriespeicher in das Niederspannungsnetz.
Für Elektrofachkräfte ist das Thema wichtig, weil entsprechende Anlagen nicht nur elektrisch angeschlossen, sondern auch hinsichtlich der Steuerbarkeit und Kommunikation korrekt geplant werden müssen.
Quelle: Fachzeitschrift de – Ausgabe 10/2026
5. Künstliche Intelligenz erreicht die SPS-Programmierung
Auch in der industriellen Automatisierung hält künstliche Intelligenz zunehmend Einzug.
Am 8. Oktober berichtete elektro.net über generative KI für die Engineering-Software PLCnext Engineer von Phoenix Contact.
Die Integration von KI-Funktionen in Entwicklungsumgebungen zeigt, wie sich die Arbeitsweise bei der Projektierung und Programmierung von Steuerungssystemen verändern könnte.
Generative KI kann grundsätzlich dabei unterstützen, Programmstrukturen zu erstellen, technische Informationen aufzubereiten oder wiederkehrende Entwicklungsaufgaben zu vereinfachen.
Entscheidend bleibt allerdings die fachliche Überprüfung der Ergebnisse.
Gerade bei sicherheitsrelevanten Steuerungsfunktionen müssen Programmierung, Validierung und Inbetriebnahme weiterhin den einschlägigen technischen Anforderungen entsprechen.
Was bedeutet das für Elektroniker und Automatisierungstechniker?
KI-gestützte Werkzeuge könnten künftig einen größeren Teil der alltäglichen Projektierungsarbeit unterstützen.
Fundierte Kenntnisse in Steuerungstechnik, Programmierung und funktionaler Sicherheit bleiben dennoch unverzichtbar.
Quelle: elektro.net – Fachportal für Elektrotechnik, Produktmeldung vom 08.10.2026.
Fazit: Die Elektrotechnik wird digitaler und stärker vernetzt
Die Entwicklungen der Kalenderwoche 41 zeigen deutlich, in welche Richtung sich die Elektrobranche bewegt.
Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur werden zunehmend als zusammenhängende Energiesysteme betrachtet. Gleichzeitig gewinnen neue Funktionen zur Stabilisierung des Stromnetzes an Bedeutung.
Auch in der klassischen Elektroinstallation bleibt die technische Weiterentwicklung nicht stehen. Neue Normen, Schutzkonzepte und Anforderungen an steuerbare Verbrauchseinrichtungen erfordern kontinuierliche Weiterbildung.
In der Automatisierung könnten KI-gestützte Werkzeuge zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.
Für Elektrofachkräfte bedeutet das vor allem eines: Neben den klassischen elektrotechnischen Grundlagen werden Kenntnisse in Digitalisierung, Kommunikationstechnik und Energiemanagement immer wichtiger.
Was ist eure Meinung? Welche Entwicklung wird das Elektrohandwerk in den nächsten Jahren am stärksten verändern: die Energiewende, intelligente Gebäude oder künstliche Intelligenz?
Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!
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