Wärmepumpe

Explodieren Wärmepumpen bei Stromausfall? Warum die Angst unbegründet ist

Der Stromausfall in Berlin hat eine Welle von Schlagzeilen zur angeblichen Explosionsgefahr von Wärmepumpen bei Stromausfall ausgelöst. „Wegen Frost und Stromausfall: Explosionsgefahr bei Hunderten Wärmepumpen in Berlin“, titelte beispielsweise ein Nachrichtenmagazin. Eine ganze Reihe von Nachrichtenportalen veröffentlichte ähnliche Meldungen. Darin wird immer wieder vor Schäden bei Luft/Wasser-Wärmepumpen infolge eines Stromausfalls gewarnt – bis hin zu einer behaupteten Explosionsgefahr durch austretendes Propan (R290).

Doch was ist dran an der Explosionsgefahr, wenn bei Frost der Strom für die Wärmepumpe ausfällt? Experten geben Entwarnung. Eine Explosionsgefahr besteht nicht, ein Problem jedoch besteht.

Der Berliner Blackout – ein Hintergrund

Im Südwesten Berlins kam es im Januar 2026 zu einem großflächigen Stromausfall. Nach einem Anschlag auf eine Kabelbrücke zum Berliner Heizkraftwerk Lichterfelde, fiel der Strom im Südwesten Berlins aus. Ca. 50.000 Haushalte mussten mehrere Tage ohne Strom und Heizung ausharren, und das im Winter bei Temperaturen von bis zu -7°C.

Durch den ausgefallenen Strom, fielen auch die Heizungen sowie die Wasserversorgung aus. Schnell machten Schlagzeilen die Runde, die vor platzenden Wasser- und Heizungsrohren warnten. Dazu kamen jedoch auch Meldungen über die angebliche Explosionsgefahr von Wärmepumpen. Doch was steckt dahinter?

Können Wärmepumpen eine Explosion auslösen?

In verschiedenen Beiträgen zu diesem Thema wird von einem länger andauernden Stromausfall bei frostigen Außentemperaturen ausgegangen. Insbesondere bei Monoblock-Wärmepumpen, bei denen sich der gesamte Kältemittelkreislauf im Außengerät befindet, könne es demnach zu Frostschäden kommen, wenn durch einen Stromausfall Komponenten wie Umwälzpumpe oder Heizstäbe nicht mehr funktionieren.

In dieversen Beiträgen werden Experten und Sachverständige zitiert, die behaupten, durch das Einfrieren wasserführender Bauteile, könnten Schäden am Verdampfer oder Wärmetauscher entstehen. Weiter wird daraus eine mögliche Explosionsgefahr konstruiert.

Wenn der Kältemittelkreislauf beschädigt würde, könnte das Kältemittel austreten. Als Kältemittel kommt heute standardmäßig Propan (R290) zum Einsatz. Dieses sollte bei einem Schaden am Kältemittelkreislauf über die Heizungs- oder Brauchwasserleitungen ins Gebäude gelangen. Dort soll es dann eine explosionsfähige Atmosphäre bilden.

Können Frostschäden an Wärmetauschern entstehen?

Es ist grundsätzlich möglich, dass Frostschäden an wasserführenden Komponenten auftreten. Wenn bei längerem Frost und Stromausfall die Enteisung der Wärmepumpe ausfällt, kann dies durchaus zu einer Beschädigung führen. Hier ist es aber wichtig, die technischen Fakten nicht durcheinander zu werfen.

Nicht das Kältemittel im Verdampfer friert ein. Sofern kein ausreichender Frostschutz vorhanden ist, würde das Heizungswasser einfrieren. Da sich Wasser beim Gefrieren ausdehnt, kann es im Extremfall zu Schäden am Rohrleitungssystem oder dem Wärmetauscher führen.

Experten für Wärmepumpen sind jedoch der Meinung, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass eine einmaliges und kurzzeitiges Einfrieren einer Wärmepumpe automatisch zu einem Schaden am Verdampfer und tatsächlich einer Beschädigung führen würde.  Pauschale Aussagen, nach denen ein Stromausfall zwangsläufig zu schweren Schäden oder gar einer Explosion führen würde, führt, werden von Fachleuten daher als nicht haltbar beurteilt.

Wie wahrscheinlich ist die unterstellte „Explosionsgefahr“?

Ich persönlich teile die Ansicht verschiedener Fachleute und Experten im Bereich Wärmepumpen, welche die dargestellte Explosionsgefahr durch einen Frostschaden erklären.

Bei der argumentierten Explosionsgefahr, müssten so viele unrealistische Voraussetzungen gleichzeitig eintreten, dass ich ein solches Szenario für fast ausgeschlossen halte.g erfüllt sein:

  1. Durch Frost müsste es tatsächlich zu einem schwerwiegenden Leck im Kältemittelkreislauf kommen und Propan austreten.
  2. Das austretende Propan dürfte nicht in die Umgebung entweichen, sondern müsste direkt in den Heizungs- oder Brauchwasserkreislauf gelangen.
  3. Das Propangas müsste über Rohrleitungen bis ins Gebäude transportiert werden, welche aber mit Wasser gefüllt sind
  4. Im Gebäude müsste das Propangas in ausreichen hoher Konzentration freigesetzt werden um eine explosionsfähige Atmosphäre zu bilden. Es müsste im Haus also ein weiteres Leck in einer Wasser- oder Heizungsleitung geben
  5. Damit es zur Explosion kommt, müsse die Konzentration im Haus hoch genug sein und es zusätzlich eine Zündquelle geben

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass solch ein Ereignis eintritt. Es müsste einen nennenswerten Schaden am Wärmetauscher geben, durch den Propangas (P290) austritt. Dieses Gas müsste außerdem ins Haus gelangen. Damit dies durch die Wasser- und Heizungsrohre funktionieren würde, müssten diese ja leer sein, das Wasser also ausgelaufen sein. Was bei einer gefrorenen Leitung nicht möglich wäre. Auch müsste es selbst beim Eintreten von Gas in die Leitungen noch eine Leckage der Wasser- oder Heizungsrohre im Haus geben.

Auch ist die Menge an Propangas in einer klassischen Wärmepumpe eher klein. Bei einer typischen 13kW Wärmepumpe sind rund 2kg Propangas nötig. Diese Menge entspricht ca. 1m³ Gas.

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In einem Raum mit einem Volumen von 100m³ würde das ca. 1% Propangas in der Luft entsprechen. Die Explosionsgrenze liegt jedoch bei 2,1%. Selbst wenn das gesamte Gas ins Haus gelangt, müsste sich dieses also auf einen kleineren Raum konzentrieren um überhaupt eine Explosionsfähige Gasmenge in der Atmosphäre zur Folge zu haben.

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hält ein solches Szenario einer Propan-Explosion für „sehr unwahrscheinich“ [1].

Wärmepumpen mit brennbaren Kältemitteln wie R290 unterliegen strengen sicherheitstechnischen Vorgaben. Konstruktion, Aufstellung und Betrieb sind streng geregelt um Risiken bei Fehlfunktionen und Störfällen möglichst auszuschließen. Die meisten Wärmepumpen sind daher serienmäßig mit einer mechanischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet, die auch bei Stromausfall funktionieren. Diese Sicherheitseinrichtungen verhindert zuverlässig, dass Kältemittel bei einem Defekt des Kältekreises über das Heizungswasser in das Gebäude gelangt.

Fazit: Explosionsgefahr von Wärmepumpen sehr gering

Wärmepumpen werden von verschiedenen Seiten sehr kritisch gesehen. Dabei haben Wärmepumpen viele Vorteile und sind längst eine konkurrenzfähige Heizungsform. Kritiker haben mit der vermeintlichen Explosionsgefahr jedoch wieder einen neuen Kritikpunkt gefunden, um Wärmepumpen in einem schlechten Licht darzustellen.

Fakt ist, dass Wärmepumpen durch Frost Schaden nehmen können. Das ist jedoch auch bei allen anderen Heizungssystemen nicht ausgeschlossen. Von Schäden an der Wärmepumpe abgesehen lässt sich jedoch sagen: Eine Explosionsgefahr bei Wärmepumpen ist sehr sehr gering. Es müssten viele Faktoren zusammenkommen, damit eine Explosionsgefahr besteht. Diese Kombintion aus Zwischenfällen wäre äußerst unwahrscheinlich.

Das Thema Explosionsgefahr bei Wärmepumpen ist daher eher ein medial gemachtes, als ein tatsächliches Problem von Wärmepumpen.

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