Das Heizkraftwerk Berlin Lichterfelde ist ein wichtiger Bestandteil der Energieinfrastruktur im Südwesten Berlins. Gerade in Zeiten von Energiewende, Versorgunssicherheit und steigenden Energiepreisen rücken Heizkraftwerke wie dieses zunehmend in den Fokus. In diesem Beitrag erfährst du, wie das Heizkraftwerk Lichterfelde funktioniert, welche Technik dahintersteckt und warum es für Berlin eine besondere Rolle spielt.
Was ist das Heizkraftwerk Lichterfelde?
Das Heizkraftwerk Lichterfelde ist ein Heizkraftwerk (HKW) im Berliner Ortsteil Lichterfelde. Es ist entscheidend für die Versorgung des Berliner Südens mit Strom und Fernwärme verantwortlich. Über 100.000 Haushalte in Berlin werden von diesem Kraftwerk mit Fernwärme und Strom versorgt.
Gaskraftwerk: 2019 stillgelegt
Im Jahr 2019 hat man das bis dahin maßgebliche Gaskraftwerk stillgelegt. Dieses Gaskraftwerk funktioniere nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Es bestand aus drei Blöcken, von denen zwei bis zuletzt in Betrieb waren. Jeder Block hatte einen 158 Meter hohen Schornstein. Insgesamt lieferte das Kraftwerk eine elektrische Leistung von 432 MegaWatt sowie eine thermische Leistung von 650 Megawatt für das Fernwärmenetz.
Auf dem Gelände des stillgelegten Gaskraftwerkes wurde ein neues Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk (GuD-Heizkraftwerk) errichtet. Energieträger für dieses GuD-Heizkraftwerk ist Erdgas. Das neue GuD verfügt über eine elektrische Gesamtleistung von 300 MegaWatt, außerdem eine thermische Heizleistung von 609 Megawatt.
Bis Mai 2024 gehörte das Kraftwerk zum Energiekonzern Vattenfall unter der Vattenfall Wärme Berlin AG. Seit der Rekommunalisierung des Kraftwerkes im mai 2024, gehört das Kraftwerk dem landesunternehmen BEW Berliner Energie und Wärme GmbH.
Das Kraftwerk liegt am Ostpreußendamm 61, direkt am Teltowkanal (Hafen Lichterfelde). Der Stromnetzanschluss des Kraftwerkes erfolgt über das 110kV-Hochspannungsnetz in das netz der Stromnetz Berlin GmbH.
Das neue GuD-Kraftwerk
Das alte Gaskraftwerk wurde durch ein modernes Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk (GuD-Heizkraftwerk) auf Erdgasbasis ersetzt. Der Brennstoffausnutzungsgrad wurde dadurch von 70 % auf 90 % erhöht. Im Sommer 2012 wurde mit dem Bau einer Heißwasseranlage zur Ergänzung der GuD-Anlage mit drei neuen erdgasbetriebenen Heißwassererzeugern mit jeweils 120 MW begonnen, die als Spitzenlastanlagen die Fernwärmeversorgung an kalten Tagen unterstützen.
Im Jahr 2014 erfolgte der baubeginn der GuD-Anlage. Kernkomponenten sind dabei eine Gasturbine 9F von General Electric und ein Abhitzedampferzeuger von Nooter/Eriksen Italien. Im mai 2019 erfolgte nach mehrmaliger Verschiebung endlich die Inbetriebnahme der Anlage. Die markanten drei Schornsteine des Altkraftwerks werden zurückgebaut.
Brandanschlag auf Kabelbrücke 2026
Am 03.01.2026 kam es zu einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal. Durch diesen Brandanschlag kam es zu einem großflächigen Stromausfall in dessen folge 50.000 Haushalte und über 2.200 Unternehmen in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde fast eine Woche weder Strom noch Heizung hatten. Die Reparatur wurde vom Stromversorger unter Hochdruck durchgeführt, wodurch die Stromversorgung bereits am 08.01.2026 wieder hergestellt werden konnte.
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