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ElektrikerWissen.de Weekly: KW 35/2026 – Photovoltaik, Batteriespeicher

Ein besonders spannendes Thema kommt diesmal vom VDE: Der europäische Network Code Requirements for Generators, kurz NC RfG, soll grundlegend überarbeitet werden. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um klassische Erzeugungsanlagen. In der neuen Version spielen auch Photovoltaik, Batteriespeicher, Elektromobilität und Vehicle-to-Grid eine wichtige Rolle.

Die Bundesnetzagentur hat außerdem neue Ausschreibungsrunden für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden und für Biomasseanlagen angekündigt.

Gleichzeitig zeigt sich auf Fachveranstaltungen immer deutlicher, wohin sich das Elektrohandwerk entwickelt: Photovoltaik, Wärmepumpe, Ladeinfrastruktur und Smart Home werden zunehmend über ein gemeinsames Energiemanagement miteinander verbunden.

Wir schauen uns die wichtigsten Themen der Woche genauer an.


1. Neue europäische Netzregeln sollen auch Batteriespeicher und Elektroautos erfassen

Am 25. August veröffentlichte VDE FNN eine Stellungnahme zur geplanten Überarbeitung des europäischen Network Code Requirements for Generators 2.0, kurz NC RfG 2.0.

Hinter dem komplizierten Namen steckt ein Regelwerk mit großer Bedeutung für das europäische Stromnetz.

Der Network Code definiert Anforderungen, die Erzeugungsanlagen erfüllen müssen, wenn sie mit dem Stromnetz verbunden werden.

Mit der zunehmenden Energiewende reicht es jedoch nicht mehr aus, ausschließlich klassische Kraftwerke und Erzeugungsanlagen zu betrachten.

Deshalb soll der Anwendungsbereich erweitert werden.

Neu aufgenommen werden unter anderem Anforderungen für:

  • Stromspeicher,
  • Hybridanlagen,
  • Elektromobilität,
  • Vehicle-to-Grid-Anwendungen,
  • zugehörige Ladeinfrastruktur und
  • netzbildende Eigenschaften von Anlagen.

Gerade die Aufnahme von Speichern und Elektromobilität ist interessant.

Ein Batteriespeicher ist schließlich nicht eindeutig Verbraucher oder Erzeuger. Beim Laden nimmt er elektrische Energie aus dem Netz auf. Beim Entladen speist er Energie zurück.

Bei Elektrofahrzeugen könnte zukünftig eine ähnliche Situation entstehen.

Mit Vehicle-to-Grid könnte das Elektroauto nicht mehr ausschließlich Strom beziehen, sondern bei Bedarf elektrische Energie aus seiner Batterie zurück in das Netz liefern.

Damit entstehen völlig neue Anforderungen an Netzanschluss, Kommunikation und Regelung.

Quelle: VDE FNN – „Network Code RfG 2.0: bewährte Umsetzungsfrist beibehalten“, 25.08.2026.


2. VDE FNN warnt vor zu kurzer Umsetzungsfrist

VDE FNN begrüßt grundsätzlich viele Änderungen am Network Code.

Kritik gibt es allerdings an der vorgesehenen Umsetzungsfrist.

Nach Angaben des VDE würde sich der Zeitraum für die nationale Umsetzung der europäischen Vorgaben praktisch von bisher 24 Monaten auf nur noch neun Monate verkürzen.

VDE FNN hält diesen Zeitraum für zu kurz.

Der Grund ist nachvollziehbar.

Europäische Vorgaben müssen anschließend in nationale technische Regelwerke übertragen werden. Dabei müssen Netzbetreiber, Hersteller, Zertifizierungsstellen und weitere Beteiligte eingebunden werden.

Gleichzeitig benötigen Hersteller Zeit, um ihre Produkte an neue Anforderungen anzupassen.

Das kann beispielsweise Wechselrichter, Batteriespeicher, Ladeeinrichtungen oder Steuerungstechnik betreffen.

VDE FNN fordert deshalb, die bisher bewährte Umsetzungsfrist beizubehalten.

Die endgültige Fassung des NC RfG 2.0 soll nach derzeitiger Planung spätestens Anfang 2027 veröffentlicht werden.

Für Elektriker wirkt dieses Thema momentan vielleicht noch weit entfernt vom normalen Baustellenalltag.

Langfristig können solche europäischen Regeln jedoch direkten Einfluss darauf haben, welche technischen Anforderungen Geräte und Anlagen erfüllen müssen, bevor sie an das Stromnetz angeschlossen werden dürfen.

Quelle: VDE FNN – Stellungnahme zum Network Code RfG 2.0 vom 25.08.2026.


3. Netzbildende Wechselrichter werden immer wichtiger

Ein besonders interessanter Begriff im neuen Network Code lautet netzbildende Eigenschaften.

Um zu verstehen, warum das wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung unseres Stromsystems.

Traditionelle Großkraftwerke arbeiten mit großen Synchrongeneratoren.

Diese Maschinen sind unmittelbar mit dem Wechselstromnetz gekoppelt. Durch ihre rotierenden Massen tragen sie physikalisch zur Stabilisierung des Stromsystems bei.

Photovoltaikanlagen und viele Windenergieanlagen funktionieren anders.

Sie werden über Leistungselektronik beziehungsweise Wechselrichter an das Stromnetz gekoppelt.

Je größer ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung wird, desto wichtiger wird die Frage, welche netzstabilisierenden Funktionen diese Anlagen übernehmen können.

Hier kommen sogenannte netzbildende Wechselrichter ins Spiel.

Sie können aktiv Eigenschaften bereitstellen, die für Spannung und Frequenz des Stromnetzes wichtig sind.

Das Thema ist nicht nur für große PV-Parks relevant.

Auch Batteriespeicher arbeiten mit Leistungselektronik. Werden zukünftig große Mengen elektrischer Energie über Batteriespeicher, PV-Anlagen und Elektrofahrzeuge ausgetauscht, bekommt das Verhalten der verwendeten Wechselrichter eine immer größere Bedeutung.

Damit verändert sich auch die Rolle der Leistungselektronik.

Der Wechselrichter ist längst nicht mehr einfach nur ein Gerät, das Gleichspannung in Wechselspannung umwandelt. Er wird zunehmend zu einem aktiven Bestandteil der Netzführung.

Quelle: VDE FNN – NC RfG 2.0; der Entwurf enthält unter anderem neue Artikel zu netzbildenden Eigenschaften sowie Anforderungen für Speicher und Vehicle-to-Grid.


4. Neue Ausschreibung für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden

Am 26. August veröffentlichte die Bundesnetzagentur außerdem die Bedingungen für die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des sogenannten zweiten Segments.

Der nächste Gebotstermin ist der 1. Oktober 2026.

Zum zweiten Segment gehören grundsätzlich Solaranlagen auf, an oder in Gebäuden sowie auf Lärmschutzwänden, soweit sie unter die entsprechenden Ausschreibungsregelungen des EEG fallen.

Damit betrifft diese Ausschreibungsrunde insbesondere größere Dachanlagen.

Für das Elektrohandwerk bleibt Photovoltaik eines der wichtigsten Wachstumsfelder der vergangenen Jahre.

Die Technik entwickelt sich dabei kontinuierlich weiter.

Während früher häufig eine vergleichsweise einfache Anlage aus Solarmodulen und Wechselrichter installiert wurde, gehören heute immer häufiger weitere Komponenten dazu:

PV-Module → Wechselrichter → Batteriespeicher → Energiemanagement → Smart Meter → steuerbare Verbraucher.

Hinzu kommen beispielsweise Wallboxen und Wärmepumpen.

Dadurch wird die Planung einer PV-Anlage zunehmend Teil einer umfassenden Energieplanung des gesamten Gebäudes.

Für Elektrofachbetriebe entstehen damit zusätzliche Aufgaben bei Planung, Netzanschluss, Schutztechnik, Messkonzepten und Energiemanagement.

Quelle: Bundesnetzagentur – „Ausschreibung Solaranlagen zweites Segment: Gebotstermin 1. Oktober 2026“, veröffentlicht am 26.08.2026.


5. PV-Anlagen werden immer stärker mit Speichern kombiniert

Der Ausbau der Photovoltaik führt gleichzeitig zu einer weiteren Entwicklung: Batteriespeicher werden zunehmend wichtiger.

Das Grundproblem ist bekannt.

Eine Photovoltaikanlage erzeugt ihre höchste Leistung typischerweise rund um die Tagesmitte.

Der Stromverbrauch eines Wohngebäudes erreicht seine Spitzen jedoch nicht zwangsläufig zur gleichen Zeit.

Ohne Speicher wird überschüssige Energie deshalb in das öffentliche Netz eingespeist.

Ein Batteriespeicher ermöglicht dagegen eine zeitliche Verschiebung.

Vereinfacht:

Mittags: PV-Anlage → Batteriespeicher

Abends: Batteriespeicher → Hausverbrauch

Noch interessanter wird das Ganze in Verbindung mit einem intelligenten Energiemanagementsystem.

Dieses kann beispielsweise entscheiden, ob überschüssiger Solarstrom in den Batteriespeicher fließt, das Elektroauto geladen oder die Wärmepumpe betrieben wird.

Damit verändert sich die Aufgabe der Elektroinstallation.

Früher wurden einzelne Verbraucher angeschlossen.

Heute müssen teilweise komplette Energieflüsse eines Gebäudes geplant werden.

Der Elektriker wird dadurch zunehmend zum Systemintegrator.

Er muss nicht nur wissen, wie eine Wallbox oder ein Wechselrichter angeschlossen wird. Entscheidend wird zunehmend auch, wie verschiedene Komponenten miteinander kommunizieren.

Genau diese Entwicklung findet sich auch auf europäischer Ebene wieder: Dass der neue Network Code Speicher und Vehicle-to-Grid ausdrücklich berücksichtigt, zeigt, welche Bedeutung solche Systeme zukünftig bekommen sollen.

Quelle: VDE FNN – Network Code RfG 2.0, 25.08.2026.


6. Bundesnetzagentur kündigt neue Biomasse-Ausschreibung an

Ebenfalls am 26. August veröffentlichte die Bundesnetzagentur die Informationen zur nächsten Ausschreibung für Biomasseanlagen.

Auch hier ist der nächste Gebotstermin der 1. Oktober 2026.

Biomasse spielt im Stromsystem eine andere Rolle als Photovoltaik und Windenergie.

Der große Vorteil besteht darin, dass die Stromerzeugung grundsätzlich steuerbarer ist.

Eine Photovoltaikanlage produziert abhängig von der Sonneneinstrahlung.

Eine Windenergieanlage benötigt entsprechenden Wind.

Biomasseanlagen können dagegen – innerhalb ihrer technischen und betrieblichen Grenzen – gezielter betrieben werden.

Das kann in einem Energiesystem mit einem hohen Anteil wetterabhängiger Stromerzeugung interessant sein.

Je stärker Photovoltaik und Windenergie ausgebaut werden, desto wichtiger wird die Frage, welche Anlagen Energie genau dann bereitstellen können, wenn sie benötigt wird.

Neben Batteriespeichern, flexiblen Verbrauchern und anderen Technologien können auch steuerbare erneuerbare Erzeugungsanlagen dabei eine Rolle spielen.

Für Elektriker sind Biomasseanlagen zwar ein deutlich kleineres Tätigkeitsfeld als Photovoltaik. Elektrotechnisch sind solche Anlagen jedoch durchaus interessant.

Generatoren, Schaltanlagen, Netzanschluss, Schutztechnik, Steuerungen und Messsysteme gehören auch hier zur elektrischen Infrastruktur.

Quelle: Bundesnetzagentur – „Ausschreibung Biomasse: Gebotstermin 1. Oktober 2026“, veröffentlicht am 26.08.2026.


7. PV, Wärmepumpe und Wallbox wachsen zu einem gemeinsamen System zusammen

Wie stark verschiedene Bereiche inzwischen miteinander verbunden werden, zeigte in dieser Woche auch die Fachmesse Trend + Technik Berlin, die am 27. August stattfand.

Im Mittelpunkt standen unter anderem Photovoltaik, Wärmepumpen, Energiemanagement und Smart Home.

Ein Thema lautete ausdrücklich:

„Energieflüsse im Gebäude richtig managen“

Dabei spielen Sektorenkopplung, Konnektivität und auch § 14a EnWG eine Rolle.

Genau hier dürfte eines der größten zukünftigen Tätigkeitsfelder des Elektrohandwerks liegen.

Betrachten wir beispielsweise ein modernes Einfamilienhaus.

Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage.

Im Keller steht ein Batteriespeicher.

Geheizt wird mit einer Wärmepumpe.

In der Garage befindet sich eine Wallbox.

Zusätzlich gibt es einen Smart Meter und ein Energiemanagementsystem.

Alle Komponenten hängen letztlich an derselben elektrischen Anlage.

Sie einfach unabhängig voneinander zu betreiben, verschenkt einen großen Teil des möglichen Potenzials.

Das Ziel lautet deshalb zunehmend, die einzelnen Systeme miteinander zu vernetzen.

Quelle: Trend + Technik Berlin 2026, Fachmesse am 27.08.2026; Themenschwerpunkte unter anderem PV, Wärmepumpen, Energiemanagement, Smart Home, Ladeinfrastruktur und § 14a EnWG.


8. § 14a EnWG verändert die Planung leistungsstarker Verbraucher

Mit Wärmepumpen und Wallboxen kommt automatisch ein weiteres Thema ins Spiel: § 14a EnWG.

Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen können unter bestimmten Voraussetzungen durch den Netzbetreiber in ihrer Leistung reduziert werden, wenn eine konkrete Überlastung des lokalen Stromnetzes droht.

Dazu gehören insbesondere:

  • private Ladeeinrichtungen für Elektroautos,
  • Wärmepumpen,
  • Anlagen zur Raumkühlung und
  • Stromspeicher hinsichtlich ihres Netzbezugs.

Der Hintergrund ist der schnelle Hochlauf leistungsstarker elektrischer Verbraucher.

Eine einzelne Wallbox mit 11 kW stellt für ein Niederspannungsnetz normalerweise kein Problem dar.

Wenn jedoch in einer Straße gleichzeitig zahlreiche Elektroautos geladen und Wärmepumpen betrieben werden, können völlig andere Lastsituationen entstehen.

Deshalb wird Steuerbarkeit zunehmend Bestandteil der Netzplanung.

Für Elektriker bedeutet das zusätzliche Anforderungen.

Neben dem eigentlichen Leistungsanschluss müssen Kommunikationswege, Steuerungsmöglichkeiten und gegebenenfalls Energiemanagement berücksichtigt werden.

Das Thema passt damit unmittelbar zur Entwicklung des Network Code RfG 2.0.

Auf europäischer Ebene werden Speicher und Elektromobilität stärker in die Netzregeln integriert – auf deutscher Ebene wird gleichzeitig die Steuerbarkeit leistungsstarker Verbraucher ausgebaut.


9. Auch Smart Home entwickelt sich vom Komfortsystem zum Energiesystem

Smart Home wurde lange vor allem mit Komfort verbunden.

Licht automatisch einschalten.

Rollläden per Smartphone steuern.

Heizung nach Zeitplan regeln.

Anwesenheit simulieren.

Diese Anwendungen bleiben interessant. Gleichzeitig bekommt Smart Home eine neue Funktion.

Es wird zunehmend Teil des Energiemanagements.

Ein Gebäude kann beispielsweise erkennen, dass die Photovoltaikanlage gerade überschüssige Energie produziert.

Daraufhin könnte automatisch das Elektroauto geladen, der Batteriespeicher gefüllt oder die Wärmepumpe bevorzugt betrieben werden.

Dabei müssen Geräte verschiedener Hersteller miteinander kommunizieren.

Genau hier liegt eine der großen Herausforderungen.

Elektrotechnisch lassen sich viele Komponenten relativ einfach anschließen. Die eigentliche Schwierigkeit entsteht teilweise erst bei Kommunikation, Konfiguration und Schnittstellen.

Damit wächst auch die Bedeutung von Netzwerkkenntnissen für Elektriker.

IP-Adressen, WLAN, LAN, Modbus, KNX, APIs oder herstellerspezifische Kommunikationsprotokolle begegnen Elektrofachkräften immer häufiger.

Auf der Trend + Technik Berlin gehörten deshalb neben Energiemanagement und Ladeinfrastruktur auch Konnektivität und Smart Home zu den zentralen Themen.

Quelle: Trend + Technik Berlin, 27.08.2026 – Fachthemen unter anderem Sektorenkopplung, Konnektivität, § 14a EnWG, Ladeinfrastruktur und Smart Home.


10. Elektrohandwerk: Weiterbildung wird immer wichtiger

Die Themen dieser Woche zeigen außerdem, warum Weiterbildung im Elektrohandwerk zunehmend wichtig wird.

Am 27. August fand beispielsweise in Schleswig-Holstein ein Seminar zur Aufrechterhaltung der Eintragung im Installateurverzeichnis der Netzbetreiber statt.

Solche Veranstaltungen wirken neben großen Schlagworten wie Energiewende und Smart Grid zunächst unspektakulär.

Sie zeigen aber einen entscheidenden Punkt:

Die technischen Anforderungen verändern sich ständig.

Neue Normen erscheinen.

Technische Anschlussregeln werden überarbeitet.

Netzbetreiber passen Vorgaben an.

Neue Technologien kommen hinzu.

Und aus klassischen Verbrauchern werden plötzlich steuerbare oder sogar bidirektionale Komponenten.

Ein Elektriker, der seine Ausbildung vor 20 Jahren abgeschlossen hat, arbeitet heute teilweise mit Technologien, die damals im normalen Gebäude praktisch keine Rolle spielten.

Photovoltaik, Batteriespeicher, Wallboxen, Smart Meter und komplexe Gebäudeautomation sind dafür gute Beispiele.

Das Grundwissen aus der Ausbildung bleibt unverzichtbar. Gleichzeitig gehört regelmäßige Weiterbildung inzwischen fest zum Beruf.

Quelle: Landesinnungsverband der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke Schleswig-Holstein – Seminar zur Aufrechterhaltung der Eintragung im Installateurverzeichnis, 27.08.2026.


Was bedeutet KW 35 für Elektriker?

Betrachtet man die Meldungen dieser Woche gemeinsam, erkennt man erneut einen grundlegenden Wandel.

Früher konnte man Erzeuger und Verbraucher relativ klar unterscheiden.

Ein Kraftwerk erzeugte Strom.

Ein Gebäude verbrauchte Strom.

Diese Grenze verschwindet zunehmend.

Ein Haus mit Photovoltaikanlage ist Verbraucher und Erzeuger.

Ein Batteriespeicher kann Energie aufnehmen und wieder einspeisen.

Ein Elektroauto könnte mit Vehicle-to-Grid ebenfalls beide Rollen übernehmen.

Eine Wärmepumpe ist zwar Verbraucher, kann aber zukünftig abhängig vom Zustand des Stromnetzes oder vom Strompreis flexibel betrieben werden.

Über allem steht ein Energiemanagementsystem, das entscheidet, wann welche Komponente betrieben wird.

Genau deshalb werden neue technische Regeln benötigt.

Der Network Code RfG 2.0 zeigt, dass Speicher, Elektromobilität und netzbildende Technologien inzwischen auch auf europäischer Ebene als wichtiger Bestandteil des zukünftigen Stromsystems betrachtet werden.


Fazit des ElektrikerWissen Weekly KW 35/2026

Die Kalenderwoche 35 zeigt besonders deutlich, wie stark Elektrotechnik und Energietechnik momentan zusammenwachsen.

Mit dem Network Code RfG 2.0 sollen erstmals auch Speicher und Vehicle-to-Grid-Technologien stärker in die europäischen Netzanschlussregeln integriert werden.

Gleichzeitig laufen neue Ausschreibungen für Photovoltaik und Biomasse an.

Auf Gebäudeebene verschmelzen PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Wallboxen und Smart-Home-Systeme zunehmend zu einem gemeinsamen Energiesystem.

Für Elektrofachkräfte entstehen daraus neue Anforderungen – aber auch neue Tätigkeitsfelder.

Der klassische elektrische Anschluss bleibt die Grundlage.

Immer wichtiger wird jedoch die Frage:

Wie kommunizieren, steuern und ergänzen sich die einzelnen Komponenten?

Damit wird der Elektriker zunehmend zum Systemintegrator für die Energieversorgung moderner Gebäude.

Im nächsten ElektrikerWissen Weekly schauen wir wieder auf die interessantesten Meldungen aus Elektrotechnik, Elektrohandwerk, Photovoltaik, Stromnetz, Speichertechnik und Elektromobilität.

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