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ElektrikerWissen.de Weekly: KW 39/2026 – Elektrobrände, Kindersicherheit

Willkommen zum ElektrikerWissen.de Weekly für die Kalenderwoche 39/2026!

Auch in dieser Woche gibt es wieder einige interessante Themen aus Elektrotechnik, Elektroinstallation und Energiewende. Besonders aktuell sind neue Zahlen zum Smart-Meter-Rollout. Die Bundesnetzagentur hat am 21. September veröffentlicht, wie weit der Einbau intelligenter Messsysteme inzwischen vorangekommen ist. Außerdem geht es um Elektrobrände und Kindersichere Elektroinstallation.

Smart-Meter-Rollout: Erst 5,9 Prozent aller Messstellen umgerüstet

Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Elektroautos verändern unser Stromnetz. Dabei muss auch die Messtechnik intelligenter werden, um die Netze fit für die neuen Herausforderungen zu machen. Eine wichtige Rolle spielen dabei intelligente Messsysteme – kurz iMSys.

Die Bundesnetzagentur hat am 21. September 2026 neue Zahlen zum Stand des Smart-Meter-Rollouts veröffentlicht. Grundlage ist eine Erhebung zum Stichtag 30. Juni 2026. Das Ergebnis zeigt: Deutschland hat beim flächendeckenden Einbau intelligenter Messsysteme weiterhin aufholbedarf.

Insgesamt wurden der Bundesnetzagentur 54.135.202 Messlokationen gemeldet. An 3.172.579 Messlokationen war zum Stichtag ein modernes, intelligentes Messsystem installiert. Damit liegt die Ausstattungsquote über sämtliche Messlokationen hinweg bei gerade einmal 5,9 Prozent.

Etwas anders sieht es bei den Messstellen aus, die gesetzlich zum Einbau intelligenter Messsysteme verpflichtet sind. Bei Letztverbrauchern mit einem Jahresverbrauch zwischen 6.000 und 100.000 kWh sowie steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG wurden 4.831.178 relevante Pflichteinbaufälle erfasst. Davon waren 1.259.270 mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet. Die Quote liegt hier bei 26,1 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2026 kamen nach den korrigierten Daten ungefähr 765.000 intelligente Messsysteme hinzu. Bezogen auf sämtliche Messlokationen entspricht das einem Anstieg der Quote um etwa 1,5 Prozentpunkte.

Bundesnetzagentur erhöht den Druck

Interessant ist auch der Blick auf die einzelnen Messstellenbetreiber. Seit März 2026 hat die Bundesnetzagentur gegen 434 Unternehmen Aufsichtsverfahren eingeleitet, weil diese die maßgebliche 20-Prozent-Quote nicht erfüllt hatten. Trotz der gesetzlichen Vorgaben, lag die Quote bei 77 dieser Unternehmen sogar bei null Prozent. 150 Verfahren konnten inzwischen wieder eingestellt werden, beispielsweise weil die erforderliche Quote zwischenzeitlich erreicht oder die Grundzuständigkeit übertragen wurde.

Alleine der Einbau der intelligenten Messgeräte reicht für eine zukunftssichere Energiewende aber nicht aus. Die Bundesnetzagentur betont ausdrücklich, dass intelligente Messsysteme anschließend auch zuverlässig angebunden und entsprechend genutzt werden müssen. Insbesondere müssen Viertelstundenwerte korrekt erfasst und übertragen werden können.

Erst dadurch entstehen die technischen Voraussetzungen für dynamische beziehungsweise zeitvariable Stromtarife, eine bessere Transparenz beim Stromverbrauch und eine intelligentere Steuerung der Stromnetze.

Für Elektrofachkräfte dürfte das Thema in den kommenden Jahren deshalb immer interessanter werden. Mit Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Energiemanagementsystemen und intelligentem Messsystem wachsen klassische Elektroinstallation und Digitalisierung zunehmend zusammen. Bis spätestens 2032 sollen nach den gesetzlichen Vorgaben 90 Prozent der Pflichteinbaufälle entsprechend ausgestattet sein.

Quelle: Bundesnetzagentur – Halbjährliche Erhebung im Messwesen, veröffentlicht am 21.09.2026

Darf die blaue Ader als Schaltdraht verwendet werden?

Kaum ein Thema sorgt unter Elektrikern so zuverlässig für Diskussionen wie die Aderfarben. Eine häufig zu hörende Aussage dabei:

„Blau darf ausschließlich für den Neutralleiter genutzt werden.“

Doch das ist zu einfach gefasst. Zwar ist es grundsätzlich so, dass der Neutralleiter immer blaue sein muss. Das schließt jedoch nicht automatisch aus, dass blau immer ein Neutralleiter sein muss.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine blaue Ader auch für andere Zwecke eingesetzt werden. Entscheidend ist insbesondere, dass in diesem Stromkreis kein Neutralleiter benötigt wird und eine Verwechslung ausgeschlossen werden kann. Sogar eine Verwendung als Außenleiter ist in bestimmten Fällen zulässig.

Als Schutzleiter darf eine blaue Ader selbstverständlich nicht verwendet werden. Besonders interessant ist die Regelung bei klassischen Lichtschaltungen.

Wichtig ist dabei immer fachgerechte Ausführung. Denn unabhängig davon, was normativ zulässig ist, darf durch die verwendete Aderkennzeichnung keine gefährliche Verwechslung entstehen.

Ausführlich haben wir das Thema hier behandelt:

Blaue Ader als Schaltdraht verwenden – was ist erlaubt?

Elektrizität als Brandursache: Wie gefährlich sind Elektrische Installationen und Geräte?

Elektrische Sicherheit bedeutet nicht nur Schutz gegen einen elektrischen Schlag. Ein weiterer wichtiger Bestandteil einer sicheren Elektroinstallation ist der Schutz vor thermischen Auswirkungen und damit letztendlich auch vor Bränden.

Untersuchungen zu Brandursachen zeigen regelmäßig, dass elektrische Ursachen bei Gebäudebränden eine bedeutende Rolle spielen. Über 30% aller Wohnungsbrände in Deutschland werden durch Elektrizität verursacht. Dabei ist meist nicht die feste installierte Elektroinstallation brandursächlich. Weit oben in der Statistik der Brandursachen, stehen elektrische Verbraucher wie Waschmaschine, Wäschetrockner oder Kühl- und Gefriergeräte.

Dauerbetrieb wird häufig unterschätzt

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Kühl- und Gefriergeräte. Während Wasserkocher, Toaster oder Kaffeemaschine normalerweise nur für kurze Zeit eingeschaltet werden, sind Kühlschrank und Gefrierschrank rund um die Uhr mit dem Stromnetz verbunden. Und das teilweise über zehn oder sogar 20 Jahre. Alterung, Verschmutzung, schlechte Belüftung oder Defekte an elektrischen Komponenten können deshalb zum Problem werden.

Beim Wäschetrockner kommen neben hohen elektrischen Leistungen auch Wärme sowie die Ansammlung von Staub und Flusen hinzu, oft in Kombination mit Feuchtigkeit. Moderne Technik kann elektrische Risiken reduzieren. Dazu gehören korrekt dimensionierte Überstrom-Schutzeinrichtungen, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sowie – abhängig vom jeweiligen Anwendungsbereich und Schutzkonzept – Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen.

Mindestens genauso wichtig bleiben allerdings die fachgerechte Errichtung der Elektroinstallation, ordentliche Klemmstellen und die regelmäßige Überprüfung elektrischer Anlagen und Geräte. Insbesondere die bestimmungsgemäße Verwendung von elektrischen Geräten wie Waschmaschine, Wäschetrockner, Kühlgeräte oder Mehrfachsteckdosen ist hier von Bedeutung. Auch eine regelmäßige Wartung und Reinigung dieser Geräte sollte nicht vernachlässigt werden.

Elektrizität als Brandursache: Ursachen, Risiken und Statistiken

Wie ist die Stimmung im Elektrohandwerk 2026?

Neben technischen Entwicklungen ist natürlich auch interessant, wie es den Elektrohandwerksbetrieben wirtschaftlich geht und wie die Stimmung in der Branche aussieht. Genau das möchte der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke mit seiner aktuellen Herbstkonjunkturumfrage herausfinden.

Die ZVEH-Herbstkonjunkturumfrage 2026 ist am 21. September gestartet und läuft noch bis zum 2. Oktober.

Innungsfachbetriebe werden dabei unter anderem nach ihrer wirtschaftlichen Situation der vergangenen sechs Monate gefragt. Interessant sind beispielsweise Auftragsvolumen, Mitarbeiterentwicklung und die Zahl der offenen Stellen. Die Befragungen sollen außerdem zeigen, wie sich neue Geschäftsfelder des Elektrohandwerks entwickeln. Dazu gehören insbesondere Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen.

Besonders spannend sind in diesem Jahr die Zusatzfragen. Hier möchte der ZVEH erfahren, welche Probleme Elektrohandwerksbetriebe bei Netzanschluss- und Inbetriebnahmeprozessen von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladestationen erleben. Ein Thema, das vermutlich viele Elektrofachbetriebe aus dem Arbeitsalltag kennen.

Denn die Installation einer PV-Anlage oder Wallbox besteht längst nicht mehr ausschließlich aus Montage, Leitungsverlegung, Anschluss und Messung.

Netzbetreiber, Anmeldung, Zählerwechsel, technische Anschlussbedingungen, Messkonzepte und verschiedene Formulare gehören mittlerweile ebenfalls zum Alltag.

Die Ergebnisse der Herbstumfrage dürften deshalb interessant werden.

Quelle: ZVEH – Herbstkonjunkturumfrage 2026

Photovoltaik wird immer stärker zur Gemeinschaftsaufgabe

Photovoltaikanlagen gehören inzwischen für viele Elektrofachbetriebe zum Tagesgeschäft. Gleichzeitig treffen bei der Installation verschiedene Gewerke aufeinander. Während beispielsweise Dachdecker oder Zimmerer verschiedene Arbeiten am Dach übernehmen, kommen bei der elektrischen Installation Elektrofachkräfte ins Spiel. Deshalb ist eine klare Abgrenzung der Tätigkeiten besonders wichtig.

Zum September 2026 wurde eine bestehende Vereinbarung verschiedener Handwerksorganisationen und Berufsgenossenschaften zur gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit bei Photovoltaikanlagen erweitert. Dabei geht es unter anderem um sichere Arbeiten auf Dächern, Gerüste, Qualifikationen und elektrotechnische Arbeiten.

Die Entwicklung zeigt gleichzeitig, wie umfangreich das Thema Photovoltaik inzwischen geworden ist. Aus den Solarmodulen auf dem Dach wird zunehmend ein komplettes Energiesystem:

PV-Anlage + Batteriespeicher + Wallbox + Wärmepumpe + Energiemanagement + Smart Meter.

Und genau an dieser Stelle schließt sich der Kreis zum ersten Thema unseres Weeklys. Je mehr dezentrale Erzeuger und steuerbare Verbraucher angeschlossen werden, desto wichtiger werden Messung, Kommunikation und intelligente Steuerung. Für Elektrofachkräfte bedeutet das allerdings auch: Das erforderliche Fachwissen wird breiter. Neben klassischer Elektroinstallation gewinnen Netzwerk- und Kommunikationstechnik, Energiemanagement, Messwesen und Software zunehmend an Bedeutung.

Quelle: Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit bei Photovoltaikanlagen: ZVEH – Vereinbarung zur Installation von PV-Anlagen erweitert und neu gefasst
Die neue Fassung gilt seit 1. September 2026 und umfasst nun unter anderem zusätzlich Metallbauer sowie Zimmerer und Holzbauer.

Technik der Woche: Was ist eigentlich ein NAS?

Damit kommen wir zum letzten Thema dieser Woche – und verlassen die klassische Elektroinstallation ein wenig. Denn auch Netzwerktechnik gehört inzwischen immer häufiger zum modernen Gebäude. Ein interessantes Gerät für Heimnetzwerke ist ein sogenanntes NAS – Network Attached Storage.

Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen Festplattenspeicher, der über das Netzwerk erreichbar ist. Sozusagen eine persönliche Cloud im eigenen Netzwerk. Anstatt Fotos, Dokumente, Videos und Backups ausschließlich auf einzelnen Computern oder externen USB-Festplatten zu speichern, können die Daten zentral auf dem NAS liegen.

Computer, Smartphones, Tablets, Fernseher und andere Geräte können anschließend – entsprechende Berechtigungen vorausgesetzt – über das Netzwerk darauf zugreifen. Ein modernes NAS kann allerdings wesentlich mehr als nur Dateien speichern.

Je nach Gerät und Betriebssystem lassen sich damit beispielsweise:

  • automatische Backups von PCs, Notebooks, Smartphones oder anderen Geräten erstellen,
  • Fotos vom Smartphone sichern,
  • Filme und Musik im Heimnetz bereitstellen,
  • Benutzer und gemeinsame Ordner verwalten,
  • Überwachungskameras aufzeichnen,
  • private Cloud-Lösungen aufbauen,
  • Docker-Container betreiben,
  • Smart-Home-Daten speichern oder
  • wichtige Dokumente zentral sichern.

Gerade in Verbindung mit Smart Home, Netzwerkkameras und großen Mengen an Fotos und Videos kann ein eigener Netzwerkspeicher dennoch ausgesprochen praktisch sein.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in unserem großen NAS-Ratgeber weitere Informationen zur Technik sowie zur Auswahl eines geeigneten Systems:

NAS-Speicher im Netzwerk: Was ist ein NAS und welches System brauche ich?

Fazit: Der Beruf des Elektronikers wird immer digitaler

Die Themen der KW 39 zeigen erneut, wie stark sich Elektrotechnik kontinuirlich verändert. Auf der einen Seite bleiben klassische Fragen der Elektroinstallation aktuell. Auch weiterhin wird es klassische Elektroinstallation mit Leitungen, Schalterdosen und Stromkreisverteilern geben.

Gleichzeitig hält die Digitalisierung immer stärker Einzug in unseren Beruf.

Smart Meter kommunizieren mit Messstellenbetreibern, Wallboxen und Wärmepumpen werden steuerbar, Photovoltaikanlagen arbeiten mit Batteriespeichern und Energiemanagementsystemen zusammen und Netzwerkkomponenten werden zunehmend Bestandteil moderner Gebäudeinstallationen. Besonders interessant ist deshalb der aktuelle Smart-Meter-Rollout.

Mit 3,17 Millionen intelligenten Messsystemen bei mehr als 54 Millionen gemeldeten Messlokationen liegt die Gesamtquote aktuell bei 5,9 Prozent.

In den nächsten Jahren dürfte sich hier einiges bewegen.

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