Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den Elektrogeräten im Haushalt, die rund um die Uhr in Betrieb sind. Anders als Waschmaschine, Fernseher oder Backofen läuft ein Kühlschrank 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Entsprechend relevant ist sein Stromverbrauch – insbesondere bei älteren Geräten.
Wie viel Strom ein Kühlschrank tatsächlich benötigt, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Größe, Bauart, Energieeffizienz, eingestellte Temperatur, Umgebungstemperatur und das eigene Nutzungsverhalten haben erheblichen Einfluss auf den Verbrauch.
Bei einem älteren Kühlschrank kann sich deshalb durchaus die Frage stellen, ob ein neues, sparsameres Gerät langfristig günstiger ist. Gleichzeitig ist es nicht sinnvoll, jeden funktionierenden Kühlschrank allein wegen einer besseren Energieeffizienzklasse sofort auszutauschen.
In diesem Artikel schauen wir uns deshalb an, wie hoch der Stromverbrauch eines Kühlschranks ist, wie sich die Stromkosten berechnen lassen und worauf du beim Gebrauch und beim Neukauf achten solltest.
Wie viel Strom verbraucht ein Kühlschrank?
Der Stromverbrauch eines Kühlschranks kann je nach Gerät erheblich variieren. Ein kleiner Kühlschrank ohne Gefrierfach benötigt normalerweise weniger Energie als eine große Kühl-Gefrierkombination* oder ein Side-by-Side-Gerät*.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Moderne Kühlgeräte arbeiten durch effizientere Kompressoren, verbesserte Regelungen und eine bessere Wärmedämmung wesentlich effizienter als viele alte Geräte. Trotzdem sollte man beim Vergleich nicht ausschließlich auf das Alter schauen.
Ein großer moderner Side-by-Side-Kühlschrank* kann trotz moderner Technik mehr Strom benötigen als ein kleineres und etwas älteres Gerät. Entscheidend ist deshalb der tatsächliche beziehungsweise angegebene Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden (kWh). Diesen findest du bei einem neuen Kühlschrank direkt auf dem EU-Energielabel.
Ein Gerät mit beispielsweise 120 kWh Jahresverbrauch benötigt rechnerisch:
120 kWh pro Jahr
Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 Euro/kWh entstehen daraus:
120 kWh × 0,35 €/kWh = 42 € pro Jahr
Benötigt ein älteres Gerät dagegen 300 kWh im Jahr, entstehen:
300 kWh × 0,35 €/kWh = 105 € pro Jahr
Die Differenz beträgt in diesem Beispiel 63 Euro pro Jahr.
Über zehn Jahre wären das bei gleichbleibenden Bedingungen bereits 630 Euro Unterschied.
Die tatsächlichen Stromkosten hängen natürlich vom persönlichen Stromtarif und vom realen Verbrauch des Gerätes ab.
Was beeinflusst den Stromverbrauch eines Kühlschranks?
Der Stromverbrauch hängt nicht nur von der Energieeffizienzklasse ab. Für den tatsächlichen Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten spielen mehrere Faktoren eine Rolle.
Größe und Nutzinhalt
Grundsätzlich muss bei einem größeren Kühlschrank auch ein größeres Volumen gekühlt werden. Deshalb sollte ein Kühlschrank nicht unnötig groß gewählt werden.
Ein riesiger Side-by-Side-Kühlschrank kann optisch attraktiv sein und viel Komfort bieten. Wird ein großer Teil des vorhandenen Stauraums jedoch dauerhaft nicht benötigt, bezahlt man diesen zusätzlichen Platz unter Umständen über viele Jahre mit einem höheren Energieverbrauch.
Vor dem Kauf sollte deshalb zunächst die Frage beantwortet werden:
„Wie viel Kühl- und Gefriervolumen benötige ich realistisch?“
Mehr Volumen ist nicht automatisch besser.
Kühlschrank mit oder ohne Gefrierfach
Auch die Ausstattung spielt eine Rolle. Ein reiner Kühlschrank muss Lebensmittel lediglich auf einige Grad Celsius herunterkühlen. Ein Gefrierteil muss dagegen Temperaturen um −18 °C oder kälter dauerhaft aufrechterhalten. Entsprechend beeinflusst ein Gefrierbereich den Energiebedarf.
Wer bereits eine separate Gefriertruhe oder einen Gefrierschrank besitzt, benötigt möglicherweise keinen zusätzlichen großen Gefrierbereich im Kühlschrank. Umgekehrt kann eine kombinierte Kühl-Gefrierkombination sinnvoller sein, als zwei separate Geräte zu betreiben.
Aufstellort und Umgebungstemperatur
Ein Kühlschrank transportiert Wärme aus seinem Innenraum nach außen. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innenraum und Umgebung ist, desto mehr Arbeit muss das Kühlsystem leisten. Deshalb sollte ein Kühlschrank möglichst nicht unmittelbar neben starken Wärmequellen stehen. Je wärmer es in der Umgebung (zum Beispiel der Küche) ist, desto mehr muss der Kühlschrank dauerhaft an Kühlleisutng und damit elektrischer Energie aufwenden.
Ungünstig sind beispielsweise Standorte:
- direkt neben dem Backofen,
- neben einem Heizkörper,
- in starker direkter Sonneneinstrahlung,
- neben dem Wäschetrockner
- an anderen regelmäßig warmen Stellen.
Auch eine ausreichende Hinterlüftung entsprechend den Herstellerangaben ist wichtig, damit die vom Kühlschrank abgegebene Wärme abgeführt werden kann. Kühlgeräte führen die Wärme über Wärmetauscher auf der Rückseite ab. Stehen die Geräte zu nah an einer Wand, kann die Wärme nicht richtig abgeführt werden. Auch das beeinflusst die Leistung des Gerätes und kann bei falscher Aufstellung auch zu Schäden am Gerät führen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt ebenfalls, Kühlgeräte nicht neben warmen Geräten oder in direkter Sonne aufzustellen. Umweltbundesamt
Eingestellte Temperatur
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die eingestellte Temperatur. Ein Kühlschrank muss nicht möglichst kalt eingestellt werden.
Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale nennen 7 °C im Kühlschrank und −18 °C im Gefrierbereich als im Allgemeinen ausreichende Temperaturen. Je niedriger die Temperatur eingestellt wird, desto höher fällt der Energiebedarf aus. Umweltbundesamt
Wer seinen Kühlschrank beispielsweise unnötig auf 3 oder 4 °C betreibt, benötigt deshalb mehr Energie als bei einer sinnvoll gewählten höheren Temperatur. Ob die gewünschte Temperatur tatsächlich erreicht wird, lässt sich einfach mit einem Kühlschrankthermometer kontrollieren.
Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass nicht überall im Kühlschrank dieselbe Temperatur herrscht. Je nach Bauart entstehen unterschiedliche Temperaturzonen. So ist es im unteren Bereich – meist der Gemüseschublade – am kältesten. Je höher man im Kühlschrank geht, desto wärmer wird es. Während es im Gemüsefach häufig 3-4°C hat, hat es oben teilweise auch 8°C.
Kühlschrank richtig nutzen und Strom sparen
Auch ohne einen neuen Kühlschrank zu kaufen, lässt sich der Stromverbrauch häufig etwas reduzieren.
Kühlschranktür nur kurz öffnen
Bei jedem Öffnen der Tür gelangt warme Raumluft in das Gerät. Der Kühlschrank muss anschließend wieder Energie aufwenden, um die gewünschten Bedingungen herzustellen. Deshalb sollte die Kühlschranktür nicht unnötig lange geöffnet bleiben.
Praktisch hilft eine sinnvolle Ordnung: Wer weiß, wo Milch, Butter oder Getränke stehen, muss nicht minutenlang bei geöffneter Tür danach suchen. Auch die Häufigkeit in der eine Tür geöffnet wird spielt eine Rolle.
Keine warmen Speisen in den Kühlschrank stellen
Frisch gekochtes Essen sollte zunächst ausreichend abkühlen, bevor es in den Kühlschrank gestellt wird. Wird ein noch heißer Topf direkt hineingestellt, gelangt zusätzliche Wärme in den Innenraum, die der Kühlschrank anschließend wieder nach außen transportieren muss. Das erhöht den Energiebedarf unnötig. Außerdem sorgen zu warme Lebensmittel im Kühlschrank für eine Kondenswasserbildung. Siehe auch: Kondenswasser im Kühlschrank: Ursachen und Lösungen
Das bedeutet natürlich nicht, Lebensmittel stundenlang bei Raumtemperatur stehen zu lassen. Es geht lediglich darum, keine noch sehr heißen Speisen unmittelbar in den Kühlschrank zu stellen.
Gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank auftauen
Wer Lebensmittel aus dem Gefrierschrank auftauen möchte, kann sie rechtzeitig in den Kühlschrank legen. Die im gefrorenen Lebensmittel gespeicherte „Kälte“ hilft dabei, den Kühlschrank kühl zu halten. Gleichzeitig taut das Lebensmittel kontrolliert auf. Am Ende ist es meist besser für das Lebensmittel und gleichzeitig spart man damit Energie.
Türdichtung kontrollieren
Die Kühlschranktür muss zuverlässig schließen. Ist die Dichtung beschädigt, verschmutzt oder stark verformt, kann ständig warme Umgebungsluft in den Innenraum gelangen. Der Kompressor muss dadurch häufiger beziehungsweise länger laufen. Deshalb lohnt es sich, die Türdichtungen regelmäßig anzusehen und sauber zu halten. Bei einer defekten Dichtung muss außerdem nicht zwangsläufig der komplette Kühlschrank ersetzt werden. Bei vielen Geräten lässt sich die Dichtung austauschen. Häufig findet man an älteren Kühlschränken defekte Dichtungen. Achte daher einmal auf die Dichtungen an deinem Kühlschrank. Weisen diese Beschädigungen auf, sollten sie ausgetauscht werden.
Vereisung vermeiden
Bei Geräten ohne NoFrost kann sich im Gefrierbereich mit der Zeit eine Eisschicht bilden. Eine starke Vereisung ist ungünstig und kann den Energiebedarf erhöhen. Das Gerät sollte deshalb bei Bedarf entsprechend den Herstellerangaben abgetaut werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt ebenfalls, Kühl- und Gefriergeräte bei Bedarf abzutauen
Moderne NoFrost-Geräte verhindern eine starke Eisbildung weitgehend automatisch. Die dafür notwendige Technik benötigt zwar selbst Energie, erhöht aber den Komfort erheblich und verhindert die typische starke Vereisung eines schlecht gepflegten Gefrierfachs.
Stromverbrauch eines Kühlschranks selbst messen
Wer wissen möchte, wie viel sein vorhandener Kühlschrank tatsächlich verbraucht, muss sich nicht auf Schätzwerte verlassen. Der Verbrauch lässt sich relativ einfach mit einem Energiekostenmessgerät bestimmen.
Das Messgerät wird zwischen Steckdose und Kühlschrank angeschlossen und erfasst die aufgenommene elektrische Energie. Wichtig ist eine ausreichend lange Messdauer. Eine Messung über wenige Minuten ist bei einem Kühlschrank kaum aussagekräftig, weil der Kompressor nicht permanent läuft. Das Gerät schaltet abhängig von Temperatur und Betriebsbedingungen regelmäßig ein und aus.
Besser ist eine Messung über mehrere Tage oder noch länger. Aus dem gemessenen Verbrauch kann anschließend ein Jahreswert abgeschätzt werden. Allerdings kann ich aus Erfahrung aus Messungen über mehrere Jahre konstant sagen, dass der Stromverbrauch im Jahr extrem schwankt. In den Monaten Juni bis August ist der Stromverbrauch teilweise um 50% höher als in den restlichen Monaten, wie die folgende Grafik zeigt.
Wann lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks?
Diese Frage lässt sich nicht allein anhand des Alters beantworten. Ein neuer Kühlschrank benötigt zwar häufig weniger Strom, seine Herstellung kostet jedoch ebenfalls Energie und Ressourcen. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb auch, Kühlschränke möglichst lange zu nutzen und bei Bedarf zu reparieren. Ob ein Austausch wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich am besten anhand des tatsächlichen Stromverbrauchs berechnen.
Angenommen:
Alter Kühlschrank: 320 kWh/Jahr
Neuer Kühlschrank: 120 kWh/Jahr
Differenz:
200 kWh/Jahr
Bei 0,35 Euro/kWh ergibt das:
200 × 0,35 € = 70 € Ersparnis pro Jahr
Kostet das neue Gerät 700 Euro, würde es allein über die Stromersparnis rechnerisch etwa zehn Jahre dauern, bis der Kaufpreis ausgeglichen wäre.
Bei einem sehr ineffizienten Altgerät kann die Rechnung deutlich günstiger aussehen. Bei einem bereits relativ sparsamen Kühlschrank kann sich ein Austausch allein wegen des Stromverbrauchs dagegen kaum rechnen.
So erhält man eine wesentlich bessere Entscheidungsgrundlage als mit der pauschalen Aussage, Kühlschränke ab einem bestimmten Alter müssten ausgetauscht werden.
Das neue EU-Energielabel beim Kühlschrank verstehen
Seit 2021 gilt für Kühlgeräte wieder eine Energieeffizienzskala von A bis G. Die früher verwendeten Klassen A+, A++ und A+++ wurden abgeschafft.
Das ist wichtig, wenn ältere und neue Geräte miteinander verglichen werden: Ein altes A+++-Gerät lässt sich nicht einfach anhand des Buchstabens mit einem heutigen Gerät der Klasse A, B oder C gleichsetzen.
Das aktuelle EU-Energielabel zeigt unter anderem:
- Hersteller und Modell,
- Energieeffizienzklasse von A bis G,
- jährlichen Energieverbrauch in kWh,
- Volumen der Kühl- beziehungsweise Gefrierfächer und
- Geräuschentwicklung beziehungsweise Geräuschklasse.
Außerdem befindet sich ein QR-Code auf dem Label. Die rechtliche Grundlage bildet die Delegierte Verordnung (EU) 2019/2016 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Kühlgeräten. Die Verordnung definiert unter anderem die Energieeffizienzklassen und die Angaben des Labels. EUR-Lex
Für den praktischen Kaufvergleich ist vor allem die Angabe kWh/Jahr interessant.
Zwei Kühlschränke können unterschiedliche Größe und Ausstattung besitzen. Die Effizienzklasse allein sagt deshalb nicht, wie hoch deine tatsächlichen jährlichen Stromkosten sein werden.
Kühlschrank kaufen: Darauf solltest du achten
Beim Kauf würde ich nicht ausschließlich nach der höchsten verfügbaren Energieeffizienzklasse suchen.
Wichtiger ist das Gesamtpaket.
1. Passende Größe wählen
Der Kühlschrank sollte zum Haushalt passen.
Ein unnötig großes Gerät kostet nicht nur mehr in der Anschaffung, sondern kann auch über seine gesamte Lebensdauer einen höheren Stromverbrauch verursachen.
2. Jahresverbrauch vergleichen
Vergleiche den auf dem Energielabel angegebenen Jahresenergieverbrauch in kWh/Jahr.
Damit kannst du die ungefähren Stromkosten sehr einfach berechnen:
Jahresverbrauch × Strompreis = jährliche Stromkosten
Beispiel:
150 kWh × 0,35 €/kWh = 52,50 Euro pro Jahr
3. Gefrierteil nur kaufen, wenn es benötigt wird
Wer bereits einen separaten Gefrierschrank besitzt, benötigt möglicherweise kein großes Gefrierfach im Kühlschrank.
Wer dagegen nur wenig Gefriergut lagert, ist mit einer Kühl-Gefrierkombination häufig besser bedient als mit zwei großen separaten Geräten.
4. NoFrost bewusst auswählen
NoFrost verhindert weitgehend die Eisbildung im Gefrierbereich.
Das spart das regelmäßige manuelle Abtauen und ist komfortabel. Die zusätzliche Technik benötigt allerdings ebenfalls Energie.
Ob NoFrost sinnvoll ist, hängt deshalb auch vom persönlichen Nutzungsverhalten ab.
5. Geräuschpegel beachten
Besonders bei offenen Küchen oder Wohnküchen kann der Geräuschpegel wichtig sein.
Das aktuelle Energielabel nennt deshalb auch die Luftschallemission in dB(A) sowie eine Geräuschklasse von A bis D. EUR-Lex
6. Anschaffungspreis und Betriebskosten zusammen betrachten
Ein sehr effizientes Gerät kann in der Anschaffung deutlich teurer sein.
Ob sich der Aufpreis lohnt, lässt sich berechnen.
Verbraucht Kühlschrank A beispielsweise 100 kWh und Kühlschrank B 140 kWh pro Jahr, beträgt die Differenz 40 kWh.
Bei 0,35 Euro/kWh sind das lediglich:
40 × 0,35 € = 14 Euro pro Jahr.
Kostet das effizientere Modell 400 Euro mehr, dauert es sehr lange, bis sich dieser Mehrpreis allein durch den geringeren Stromverbrauch amortisiert.
Die höchste Energieeffizienzklasse ist deshalb nicht automatisch die wirtschaftlich beste Kaufentscheidung.
EU-Energielabel und tatsächlicher Stromverbrauch
Der auf dem Energielabel angegebene Jahresverbrauch eignet sich sehr gut, um Geräte unter standardisierten Bedingungen miteinander zu vergleichen.
Er ist aber keine Garantie dafür, dass genau dieser Verbrauch später auf deiner Stromrechnung auftaucht.
Der tatsächliche Verbrauch wird unter anderem beeinflusst durch:
- Raumtemperatur,
- eingestellte Kühltemperatur,
- Häufigkeit und Dauer der Türöffnungen,
- Menge und Temperatur eingelagerter Lebensmittel,
- Aufstellort,
- Belüftung des Gerätes und
- individuelles Nutzungsverhalten.
Genau deshalb kann ein Kühlschrank im realen Haushalt mehr oder weniger Strom benötigen als der auf dem Label angegebene Vergleichswert.
Das macht das Energielabel nicht nutzlos. Im Gegenteil: Durch die standardisierten Prüfbedingungen lassen sich verschiedene Modelle besser miteinander vergleichen.
Für die spätere persönliche Stromrechnung bleibt aber der reale Verbrauch im eigenen Haushalt entscheidend.
Kühlschrank Testsieger Stiftung Warentest
Beim Kauf sollte neben dem Stromverbrauch auch die Gesamtqualität berücksichtigt werden.
Ein sparsamer Kühlschrank bringt wenig, wenn Temperaturstabilität, Kühlleistung, Handhabung oder Haltbarkeit nicht überzeugen.
In deinem bisherigen Artikel hast du den Siemens KG39NAIAT aus einem Test der Stiftung Warentest aufgeführt. Den bestehenden Produktkasten würde ich an dieser Stelle beibehalten, solange das Modell noch vernünftig erhältlich ist. Der Affiliate-Bereich muss für die 10.000-Zeichen-Optimierung nicht künstlich mit fünf weiteren Kühlschränken aufgebläht werden
Gerade bei einem langlebigen Haushaltsgerät würde ich einen Kühlschrank außerdem nicht nur wegen einiger Kilowattstunden Unterschied auswählen.
Entscheidend sind beispielsweise:
- passende Größe,
- Aufteilung des Innenraums,
- Gefrierleistung,
- Temperaturstabilität,
- Geräuschentwicklung,
- Reparierbarkeit,
- Ausstattung und
- Anschaffungspreis.
Der Stromverbrauch ist ein wichtiges Kaufkriterium – aber eben nicht das einzige.
Häufige Fragen zum Kühlschrank-Stromverbrauch
Wie viel kostet ein Kühlschrank im Jahr an Strom?
Das hängt vom Jahresverbrauch und Strompreis ab. Bei beispielsweise 150 kWh Jahresverbrauch und 0,35 Euro/kWh entstehen Stromkosten von etwa 52,50 Euro pro Jahr.
Welche Temperatur sollte der Kühlschrank haben?
Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale empfehlen im Allgemeinen 7 °C für den Kühlschrank und −18 °C für den Gefrierbereich. Niedrigere Temperaturen erhöhen den Stromverbrauch.
Wie finde ich heraus, wie viel mein alter Kühlschrank verbraucht?
Am zuverlässigsten mit einem Energiekostenmessgerät, das für mehrere Tage zwischen Steckdose und Kühlschrank angeschlossen wird. Aus dem gemessenen Verbrauch lässt sich anschließend der ungefähre Jahresverbrauch berechnen.
Lohnt sich ein neuer Kühlschrank wegen des Stromverbrauchs?
Das hängt vom Verbrauch des alten Gerätes, vom Verbrauch und Kaufpreis des neuen Gerätes sowie vom Strompreis ab. Deshalb sollte die mögliche jährliche Ersparnis vor dem Austausch berechnet werden.
Verbraucht ein leerer Kühlschrank weniger Strom?
Das lässt sich nicht sinnvoll auf eine einfache Regel „leer ist sparsamer“ oder „voll ist sparsamer“ reduzieren. Entscheidend sind unter anderem Bauart, Umgebungstemperatur, Türöffnungen und die Menge warmer Lebensmittel, die neu eingelagert wird. Ein unnötig großer Kühlschrank bleibt aber schon deshalb ungünstig, weil dauerhaft ein größeres Volumen gekühlt werden muss.
Was bedeutet Energieeffizienzklasse A beim Kühlschrank?
A ist auf der aktuellen EU-Skala von A bis G die höchste Energieeffizienzklasse. Für die tatsächlichen Betriebskosten sollte zusätzlich der angegebene Jahresenergieverbrauch in kWh betrachtet werden. Die Klassen werden anhand des Energieeffizienzindex bestimmt. EUR-Lex
Muss ein Kühlschrank ständig laufen?
Der Kühlschrank ist ständig an das Stromnetz angeschlossen, der Kompressor läuft aber normalerweise nicht ununterbrochen. Er wird abhängig von Temperatur und Regelung ein- und ausgeschaltet. Deshalb sollte der Stromverbrauch eines Kühlschranks auch nicht aus einer kurzen Leistungsmessung hochgerechnet werden.
Fazit: Beim Kühlschrank zählt der Jahresverbrauch
Der Stromverbrauch eines Kühlschranks hängt von wesentlich mehr Faktoren ab als nur vom Alter des Gerätes.
Größe, Gefrierteil, Energieeffizienz, Aufstellort, Umgebungstemperatur, Temperatureinstellung und Nutzungsverhalten beeinflussen den tatsächlichen Energiebedarf.
Wer einen älteren Kühlschrank besitzt, sollte deshalb nicht automatisch ein neues Gerät kaufen. Sinnvoller ist es, den tatsächlichen Verbrauch über mehrere Tage zu messen und daraus die jährlichen Stromkosten zu berechnen.
Beim Neukauf liefert das aktuelle EU-Energielabel eine gute Orientierung. Besonders interessant sind der Jahresenergieverbrauch in kWh, das Nutzvolumen und die Energieeffizienzklasse. Die aktuelle Kennzeichnung mit den Klassen A bis G basiert auf der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2016. EUR-Lex
Und auch ohne Neukauf lässt sich sparen: 7 °C im Kühlschrank und −18 °C im Gefrierfach reichen im Allgemeinen aus, die Tür sollte nur kurz geöffnet werden und warme Speisen sollten vor dem Einlagern abkühlen. Außerdem sollte der Kühlschrank nicht direkt neben Wärmequellen oder in starker Sonneneinstrahlung stehen.
Quellen
- Umweltbundesamt: Empfehlungen zum energiesparenden Betrieb von Kühl- und Gefriergeräten. Umweltbundesamt
- Verbraucherzentrale: Stromspartipps für Kühlen und Gefrieren. Verbraucherzentrale
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/2016: Energieverbrauchskennzeichnung von Kühlgeräten und Definition des aktuellen EU-Energielabels.
