Stromstoßschaltung: Funktion, Schaltplan und Anschluss erklärt

Mit einer Stromstoßschaltung lässt sich eine Beleuchtung von mehreren Stellen aus ein- und ausschalten. Statt Schaltern werden dazu Taster verwendet, die einen Stromstoßschalter ansteuern. Bei jedem Tastendruck ändert dieser seinen Schaltzustand – die Beleuchtung wird abwechselnd ein- und ausgeschaltet.

Stromstoßschaltungen eignen sich besonders für große Flure, Treppenhäuser und andere Bereiche mit mehreren Schaltstellen. Gegenüber einer Wechsel- oder Kreuzschaltung kann die Verdrahtung bei vielen Bedienstellen übersichtlicher gestaltet werden.

Merkmal Stromstoßschaltung
Bedienung Taster
Anzahl Schaltstellen beliebig viele möglich
Schaltung über Stromstoßschalter
Typischer Einbauort UV oder Gerätedose
Anwendung Flure, Treppenhäuser, größere Räume

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Was ist eine Stromstoßschaltung?

Eine Stromstoßschaltung, häufig auch als Tasterschaltung bezeichnet, ermöglicht das Schalten eines Verbrauchers von mehreren Bedienstellen. Das bekannteste Beispiel ist eine Flurbeleuchtung mit mehreren Türen. An jeder Tür befindet sich ein Taster. Wird einer dieser Taster kurz gedrückt, schaltet sich die Beleuchtung ein. Beim nächsten Tastendruck – unabhängig davon, welcher Taster betätigt wird – schaltet sie wieder aus.

Die Taster schalten dabei nicht direkt die Leuchte. Sie erzeugen einen kurzen Schaltimpuls, der den Stromstoßschalter ansteuert (Steuerstromkreis).

Dieser übernimmt die eigentliche Schaltfunktion. Das unterscheidet die Stromstoßschaltung grundlegend von der Wechselschaltung, bei der die Schalter selbst direkt die Beleuchtung schalten und damit selbst Bestandteil des Laststromkreises sind.

Aufbau und Funktion einer Stromstoßschaltung

Eine Stromstoßschaltung besteht im Wesentlichen aus:

  • einem oder mehreren Tastern,
  • einem Stromstoßschalter,
  • dem Verbraucher, beispielsweise einer Leuchte,
  • entsprechende Verkabelung und Spannungsversorgung

Der Stromstoßschalter besitzt Steuerkontakte (A1 + A2), die mit der Spule verbunden sind. Dort wird der Draht von den Tastern und der Neutralleiter angeschlossen. Außerdem verfügt der Stromstoßschalter über mindestens einen Schaltkontakt – meist einen Schließer (Kontakte 1+2 oder 13+14 je nach Modell). Je nach Modell gibt es diese auch mit zwei Schließern oder mit Schließer und Öffner.

Bei einem elektromechanischen Stromstoßschalter bewirkt ein kurzer Spannungsimpuls an der Spule eine mechanische Umschaltung des Schaltkontaktes.

Das Prinzip lautet:

1. Tastendruck → Stromstoßschalter schaltet EIN

2. Tastendruck → Stromstoßschalter schaltet AUS

3. Tastendruck → Stromstoßschalter schaltet wieder EIN

und so weiter.

Der Taster muss deshalb nur kurz betätigt werden.

Was passiert beim Drücken des Tasters?

Wird ein Taster betätigt, wird der Steuerstromkreis geschlossen und die Spule des Stromstoßschalters angesteuert. Der Stromstoßschalter verändert daraufhin seine Schaltstellung.

War der Kontakt zuvor geöffnet, wird er geschlossen und die Leuchte eingeschaltet. Beim nächsten Impuls wird der Kontakt wieder geöffnet und die Leuchte ausgeschaltet.

Der wesentliche Unterschied zu einem gewöhnlichen monostabilen Installationsrelais besteht darin, dass der Stromstoßschalter seinen Schaltzustand nach loslassen des Tasters beibehält. Anders als bei einem Relais oder Schütz, muss die Spule also nicht dauerhaft bestromt werden, damit beispielsweise die Beleuchtung eingeschaltet bleibt.

Stromstoßschaltung: Stromlaufplan

Zum Verständnis einer Stromstoßschaltung ist es hilfreich, zwischen Steuerstromkreis und Laststromkreis zu unterscheiden.

Steuerstromkreis

Der Steuerstromkreis dient dazu, den Stromstoßschalter anzusteuern. Bei Betätigung eines Tasters wird die Spule kurzzeitig mit Spannung versorgt und der Stromstoßschalter verändert seinen Schaltzustand.

Bei typischen Geräten werden die Spulenanschlüsse mit A1 und A2 bezeichnet. Die konkrete Anschlussbezeichnung ist jedoch vom jeweiligen Gerät abhängig und muss anhand der Herstellerangaben beziehungsweise des aufgedruckten Schaltbildes geprüft werden.

Laststromkreis

Der Laststromkreis versorgt den eigentlichen Verbraucher. Ist der Schaltkontakt geschlossen, kann Strom durch die Leuchte fließen. Die Leuchte ist eingeschaltet.

Ist der Schaltkontakt geöffnet, ist der Stromkreis unterbrochen. Die Leuchte ist ausgeschaltet.

Stromstossschaltung in aufgelöster Darstellung
Stromstossschaltung in aufgelöster Darstellung

Mehrere Taster anschließen

Ein großer Vorteil der Stromstoßschaltung besteht darin, dass sich vergleichsweise einfach mehrere Bedienstellen realisieren lassen. Die Taster werden dazu einfach parallel installiert. So sind alle Taster unabhängig voneinander und es können beliebig viele Taster parallel zu den anderen angeschlossen werden. Auch hat der Ausfall eines Tasters keine Auswirkung auf die übrigen Taster.

Drückt eine Person Taster 1, erhält der Stromstoßschalter einen Impuls auf dem Spuelenkontakt.

Drückt eine andere Person anschließend Taster 4, erhält derselbe Stromstoßschalter erneut einen Impuls und verändert wieder seinen Schaltzustand. Dadurch spielt es keine Rolle, welcher Taster zuletzt verwendet wurde. Das macht die Stromstoßschaltung besonders für Bereiche interessant, in denen eine Beleuchtung von vielen verschiedenen Stellen bedient werden soll.

Typische Beispiele sind:

  • längere Flure,
  • Treppenhäuser,
  • Gebäude mit mehreren Zugängen,
  • größere Räume,
  • Kellergänge.

Leitungsführung bei einer Stromstoßschaltung

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten eine Stromstoßschaltung zu installieren. Die Taster- und Lampenleitungen können gemeinsam in einer Leitung geführt werden. Dazu wird eine mindestens 5-adrige Leitung verlegt. Entweder von Taster zu Taster oder über Abzweigdosen verbunden. Dabei benötigt man in der Leitung

  • Außenleiter zu den Tastern
  • Steuerleitung von Taster zur Spule
  • Schaltdraht vom Stromstoßschalter zur Lampe
  • Neutralleiter und Schutzleiter zur Lampe

Die Alternative sind getrennte Lampen- und Tasterleitungen. Dabei werden die Lampen mit einer 3-Adrigen Leitung direkt vom Stromstoßschalter angefahren. Für die Taster muss dann ebenfals eine eigene mindestens 3-Adrige Leitung gelegt werden, welche von Taster zu Taster verbunden werden kann. Ich würde hier direkt eine 5-Adrige Leitung verlegen. Das hat den Vorteil, dass man sich keine Gedanken über die Frage Verwendung der blauen Ader als Schaltdraht machen muss. Und zum anderen ist die Schaltung leichter erweiterbar z.b. um einen seperaten Schalter oder eine Steckdose.

Vorteile und Nachteile der Stromstoßschaltung

Eine Stromstoßschaltung bietet besonders bei mehreren Schaltstellen einige Vorteile.

Vorteile

Viele Schaltstellen möglich

Es können theoretisch unbegrenzt viele Taster angeschlossen werden. Die Erweiterbarkeit ist auch jederzeit sehr einfach gegeben.

Übersichtliche Verdrahtung

Taster und Lastschaltung sind funktional voneinander getrennt und die Verdrahtung daher meist sehr übersichtlich und leicht zu erweitern.

Nachteile

Zusätzliches Schaltgerät erforderlich

Im Gegensatz zur einfachen Wechsel- oder Kreuzschaltung wird ein Stromstoßschalter benötigt. Das ist eine zusätzliche Fehlerquelle.

Schaltgeräusch

In einer Wohnung kann ein Stromstoßschalter eher störend sein, da man das Schalten bei elektromechanischen Stromstoßschaltern eher laut hört. Moderne, elektronische Stromstoßschalter sind zwar leiser, aber man hört sie trotzdem.

Stromstoßschaltung oder Wechselschaltung?

Welche Schaltung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Anzahl der gewünschten Schaltstellen und der geplanten Installation ab.

Schaltung Schaltstellen Bedienung Zusätzliches Schaltgerät
Ausschaltung 1 Schalter Nein
Wechselschaltung 2 Wechselschalter Nein
Kreuzschaltung 3 oder mehr Wechsel-/Kreuzschalter Nein
Stromstoßschaltung mehrere Taster Stromstoßschalter

Bei zwei Schaltstellen ist die klassische Wechselschaltung die sinnvollste Lösung.

Soll eine Leuchte von drei oder mehr Stellen geschaltet werden, kann eine Kreuzschaltung verwendet werden. Mit zunehmender Anzahl von Schaltstellen wird jedoch meist die Stromstoßschaltung realisiert. Hier können mehrere Taster denselben Stromstoßschalter ansteuern. Heute kommen Kreuzschaltungen kaum noch zum Einsatz. Meistens wird schon ab 3 Schaltstellen eine Stromstoßschaltung installiert.

Mehr über das Prinzip mit zwei Schaltstellen erklären wir in unserem ausführlichen Artikel zur Wechselschaltung.

Stromstoßschalter und Relais – wo liegt der Unterschied?

Siehe auch: Unterschied Stromstoßschalter und Relais

Stromstoßschalter und Relais können äußerlich ähnlich aussehen und besitzen beide eine elektromagnetische beziehungsweise elektronische Ansteuerung. Ihre Funktion unterscheidet sich jedoch.

Ein gewöhnliches monostabiles Relais hält seinen Schaltzustand, solange seine Spule mit Steuerspannung angesteuert wird. Fällt die Ansteuerung weg, kehrt es in seine Ruhestellung zurück. Das Licht würde also nur so lange eingeschaltet bleiben, wie der Taster gedrückt wird. Es geht aus, sobald man den Taster loslässt.

Ein Stromstoßschalter benötigt dagegen lediglich einen kurzen Impuls.

Impuls 1 → EIN

Impuls 2 → AUS

Der Schaltzustand bleibt zwischen zwei Schaltimpulsen erhalten.

Typische Fehler bei der Stromstoßschaltung

Taster und Schalter verwechselt

Ein häufiger Fehler ist, dass bei der Installation Schalter und Taster verwechselt werden. Das passiert vorallem Laien, wenn Reparaturen auf eigene Faust durchgeführt werden. Der Stromstoßschalter bleibt dann dauerhaft ein, solange ein Schalter eingeschaltet ist. Das kann nicht nur die Funktion stören sondern auch zur Beschädigung des Stromstoßschalters führen.

Steuer- und Lastkontakte verwechselt

Gerade Neulingen wie Auszubildenden, aber auch Laien passiert es häufiger, dass man die Spulenkontakte und die Schaltkontakte verwechselt.

Steuerspannung nicht beachtet

Relais und Stromstoßschalter gibt es für verschiedenen Spannungen. Es muss vor der Installation unbedingt die Steuerspannung beachtet werden. Typische Werte für Stromstoßschalter sind 8 Volt, 12 Volt oder 24 Volt. Alle drei werden damit über Kleinspannung gesteuert und können so auch über eine Klingelanlage angesteuert werden. Meistens werden aber Stromstoßschalter mit 230 Volt Steuerspannung eingesetzt, hier können die Taster ganz normal mit Netzspannung betrieben werden.

Kontaktbelastbarkeit nicht berücksichtigt

Auch der Schaltkontakt besitzt festgelegte Nennwerte. Der Nennstrom ist bei Beleuchtung meist nicht das Problem. Jedoch muss auch die Lastart beachtet werden, da nicht jedes Gerät jede Last gleichermaßen schalten kann. So kann es z.b. bei LEDs und Glühlampen unterschiedliche maximale Leistungen geben.

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