Mit einer Wechselschaltung lässt sich eine Leuchte von zwei verschiedenen Stellen aus ein- und ausschalten. Typische Einsatzorte sind Flure, Treppen, Schlafzimmer oder Räume mit zwei Zugängen. Für eine Wechselschaltung werden zwei Wechselschalter* benötigt, die über zwei sogenannte korrespondierende Leiter miteinander verbunden sind.
In diesem Artikel lernst du den Aufbau und die Funktion einer Wechselschaltung, die Bedeutung der einzelnen Leiter und wie die Wechselschaltung angeschlossen wird.
Sicherheitshinweis: Arbeiten an elektrischen Anlagen können lebensgefährlich sein. Arbeiten an Niederspannungsanlagen dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften ausgeführt werden. Vor Arbeiten an einer elektrischen Anlage sind die fünf Sicherheitsregeln unbedingt zu befolgen.
Wechselschaltung auf einen Blick
| Merkmal | Wechselschaltung |
|---|---|
| Anzahl der Schaltstellen | 2 |
| Benötigte Schalter | 2 Wechselschalter* |
| Verbindung der Schalter | 2 Korrespondierende |
| Typische Anwendung | Flur, Treppenhaus, Schlafzimmer |
| Mehr als zwei Schaltstellen | Kreuzschaltung oder Stromstoßschaltung |
| Benötigte Leitung | NYM-J 5x1,5mm²* (oder vergleichbare 5-adrige Leitung) |
Was ist eine Wechselschaltung?
Eine Wechselschaltung ist eine elektrische Schaltung, mit der ein Verbraucher unabhängig von zwei verschiedenen Schaltstellen geschaltet werden kann.
Das bekannteste Beispiel ist die Beleuchtung von Fluren: Am Anfang des Flurs kann das Licht eingeschaltet und am anderen Ende wieder ausgeschaltet werden. Dabei spielt es keine Rolle, an welchem der beiden Schalter zuletzt geschaltet wurde.
Auch in Schlafzimmern wird die Wechselschaltung häufig eingesetzt. Eine Schaltstelle befindet sich beispielsweise an der Tür und eine zweite am Bett.
Die Besonderheit gegenüber einer einfachen Ausschaltung besteht darin, dass zwei Wechselschalter und zwei Verbindungsleiter zwischen diesen Schaltern benötigt werden und man von beiden Schaltern unabhängig voneinander ein- und ausschalten kann.
Diese Verbindungsleiter werden als Korrespondierende bezeichnet.
Aufbau einer Wechselschaltung
Eine Wechselschaltung besteht im Wesentlichen aus:
- zwei Wechselschaltern,
- zwei korrespondierenden Leitern zwischen den Schaltern,
- einem Außenleiter,
- einem geschalteten Außenleiter zur Leuchte,
- Neutralleiter und Schutzleiter sowie
- der zu schaltenden Leuchte.
Das eigentliche Prinzip lässt sich vereinfacht so darstellen:
L → Wechselschalter 1 ⇄ Wechselschalter 2 → Leuchte → N
Die beiden Pfeile zwischen den Wechselschaltern stehen dabei für die beiden Korrespondierenden.
Wie funktioniert ein Wechselschalter?
Ein Wechselschalter unterscheidet sich von einem einfachen Ausschalter dadurch, dass er einen gemeinsamen Kontakt wahlweise mit einem von zwei weiteren Kontakten verbindet.
Vereinfacht besitzt er:
- einen gemeinsamen Kontakt und
- zwei Wechselkontakte.
Beim Betätigen der Schalterwippe wird der gemeinsame Kontakt von einem Wechselkontakt auf den anderen umgeschaltet. Genau dieses Prinzip ermöglicht die Wechselschaltung.
Beim ersten Wechselschalter wird der gemeinsame Kontakt üblicherweise mit dem Außenleiter verbunden. Die beiden Wechselkontakte führen über die Korrespondierenden zum zweiten Wechselschalter.
Der gemeinsame Kontakt des zweiten Wechselschalters führt schließlich als geschalteter Leiter zur Leuchte.
Was sind die Korrespondierenden?
Als Korrespondierende bezeichnet man die beiden Leiter, welche die Wechselkontakte der beiden Wechselschalter miteinander verbinden.
Sie bilden zwei mögliche Strompfade zwischen den Schaltern.
Welche Ader welche Funktion besitzt, darf deshalb nicht allein anhand ihrer Farbe angenommen werden.
Mehr über die Kennzeichnung und Farben von Leitern erfährst du im Artikel Farben von Kabel und Leitungen nach VDE 0100-510
Wie funktioniert eine Wechselschaltung?
Das Funktionsprinzip lässt sich verstehen, wenn man sich die beiden möglichen Stromwege zwischen den Wechselschaltern vorstellt.
Am ersten Wechselschalter wird der Außenleiter am Eingang angeschlossen. Auf der anderen Seite werden die beiden Korrespondierenden angeschlossen. Dazwischen liegt im Schalter ein Wechselkontakt. So wird der Außenleiter je nach Schalterstellung wahlweise zum einen od er zum anderen Korrespondierenden Durchverbunden.
Im zweiden Wechselschalter passiert das gleiche. Hier wird jedoch anstelle des Außenleiters die Leuchte oder ein anderer Verbraucher angeschlossen.
In der richtigen Schaltstellen beider Schalter, entsteht ein durchgängiger Strompfad und es fließt Strom zur Leuchte.
Die Leuchte ist eingeschaltet.
Wird einer der beiden Wechselschalter betätigt, wechselt dieser auf den anderen Kontakt. Der bisherige Strompfad wird unterbrochen beziehungsweise ein anderer Strompfad hergestellt.
Dadurch ändert sich bei jeder Betätigung eines der beiden Schalter der Zustand der Leuchte:
EIN → AUS
beziehungsweise
AUS → EIN
Genau deshalb lässt sich das Licht unabhängig von beiden Stellen bedienen.
Schaltzustände der Wechselschaltung

Bei zwei Wechselschaltern ergeben sich insgesamt vier Kombinationen der Schalterstellungen.
Ob die Leuchte dabei ein- oder ausgeschaltet ist, hängt davon ab, über welche Kontakte die beiden Wechselschalter gerade einen durchgängigen Strompfad herstellen. Sind die Schalter beide gleichherum eingebaut kann man sich merken: Haben beide Schalter die gleiche Schalterstellung, ist das Licht aus. Stehen die Schalter unterschiedlich (einer An, einer Aus), ist das Licht an.
Wechselschaltung: Schaltplan und Stromlaufplan
Im Stromlaufplan lässt sich das Funktionsprinzip besonders gut erkennen. Der Außenleiter L wird auf den L-Kontakt des ersten Wechselschalters (S1) geführt. Von S1 führen die beiden Korrespondierenden zum zweiten Wechselschalter.
Der L-Kontakt des zweiten Wechselschalters wird mit dem geschalteten Leiter zur Leuchte verbunden. Der Neutralleiter wird lediglich an der Leuchte benötigt.
Beachte: Der Schutzleiter ist in jeder Leitung durchgehend zu verbinden. Auch wenn die Leuchte Schutzklasse 2 haben sollte, ist der Schutzleiter dorthin zu verbinden, ebenfalls in den Schalterleitungen muss der Grün-Gelbe als Schutzleiter mitgeführt werden.
Vereinfacht ergibt sich: L → S1 → Korrespondierende → S2 → geschalteter L → Leuchte → N
Welche Kabel und Adern werden für eine Wechselschaltung benötigt?
Welche Leitung für eine Wechselschaltung erforderlich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt unter anderem davon ab, wie die Schaltung verdrahtet wird, ob Abzweigdosen zum Einsatz kommen oder in der Schalterdose verdrahtet wird. Und ob noch zusätzlich Steckdosen vorhanden sind.
Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Für eine Wechselschaltung mit Abzweigdosen werden mindestens drei Adern benötigt (L bzw. Schaltdraht und zwei Korrespondierende). Da man auch immer einen Schutzleiter mitführen muss, sind mindestens 4-Adern nötig. In der Realität wird man daher meist 5-Adrige Leitungen (z.b. NYM-J 5×1,5mm²) zwischen den Schaltern verlegen.
Welche Aderfarben werden bei einer Wechselschaltung verwendet?
Für die Aderfarben bei einer Wechselschaltung gibt es grundsätzlich keine starre Vorschrift. Wichtig ist, dass nur die für ihre Funktion zugelassenen Farben von Kabel und Leitungen nach VDE 0100-510 genutzt werden.
Das bedeutet:
- Grün-Gelb ist ausschließlich für den Schutzleiter zu verwenden (keine Ausnahme!)
- Blau ist dem Neutralleiter vorbehalten (Ausnahmen siehe hier: Verwendung der blauen Ader als Schaltdraht)
Die übrigen Farben (Schwarz, Braun und Grau) bleiben für die übrigen Funktionen. Welche man für was verwendet bleibt jedem selbst überlassen. Ich rate dazu, die Farben in jeder seiner Schaltungen beizubehalten. Meine Empfehlung:
- Braun für Außenleiter und Schaltdraht, da Braun auch in jeder 3-Adrigen Leitung der L ist
- Schwarz und Grau als Korrespondierende, an jeder meiner Schalter gleich, dann weiß ich bei Fehlersuchen immer direkt was was ist
Wechselschaltung mit Steckdose
Häufig soll sich unter einem Wechselschalter zusätzlich eine Steckdose befinden. Das muss bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Verdrahtet man die Wechselschaltung mit Abzweigdosen, hat man nur unter dem ersten Wechselschalter einen Außenleiter. Der zweite Wechselschalter (Mit Lampendraht) hat keinen Außenleiter mehr frei. Hier kann daher kiene Steckdose installiert werden.
Hierfür nutzt man die sogenannte Sparwechselschaltung. Diese ermöglicht das Setzen von Steckdosen unter beiden Schaltern. Da man heute häufig in der Schalterdose direkt verdrahtet, hat man das Problem mittlerweile nicht mehr so häufig, da der Lampendraht meist direkt als 3×1,5mm² in die Schalterdose geführt wird und in der 5-Adrigen Zuleitung frei bleibt.
Häufige Fehler bei einer Wechselschaltung
Obwohl das Grundprinzip vergleichsweise einfach ist, treten beim Verdrahten einer Wechselschaltung immer wieder typische Fehler auf.
L/Lampendraht und Korrespondierende verwechselt
Häiufig passiert es, dass man einen korrespondierenden versehentlich als L oder Lampendraht nutzt und umgekehrt. Das passiert vorallem mit alten Leitungen, in denen es noch zwei schwarze Drähte anstelle von grau gab.
Korrespondierende vertauscht
Häufig passiert es auch, dass man die Korrespondierenden an den Schaltern vertauscht. Diese müssen wie auf dem Stromlaufplan zu sehen „vertauscht“ angeschlossen werden, also an beiden Schaltern jeweils in umgekehrter Reihenfolge. Schließt man z.b. Grau an beiden Schaltern links an, funktioniert die Schaltung nicht.
Wechselschaltung oder Kreuzschaltung?
Mit der Wechselschaltung lassen sich maximal zwei Schaltstellen bedienen.
Soll eine Leuchte von drei oder mehr Stellen geschaltet werden, kann die Schaltung um Kreuzschalter erweitert werden. Man spricht dann von einer Kreuzschaltung. Vom Prinzip her kann man sich vorstellen, dass dieser Kreuzschalter zwischen die beiden Korrespondierenden geklemmt wird und die Korrespondierenden „kreuzt“ und eine weitere Schaltmöglichkeit herstellt. Es lassen sich beliebig viele Kreuzschalter zwischen zwei Wechselschalter klemmen.
Das Grundprinzip:
| Schaltung | Anzahl Schaltstellen | Typischer Aufbau |
|---|---|---|
| Ausschaltung | 1 | Ausschalter |
| Wechselschaltung | 2 | 2 Wechselschalter |
| Kreuzschaltung | 3 oder mehr | 2 Wechselschalter + Kreuzschalter |
| Stromstoßschaltung | mehrere | Taster + Stromstoßschalter |
Bei einer Kreuzschaltung sitzen die beiden Wechselschalter grundsätzlich an den äußeren Schaltstellen. Zwischen ihnen können Kreuzschalter angeordnet werden.
Mehr dazu findest du im ausführlichen Artikel zur Kreuzschaltung.
Sollen mehr als zwei Schaltstellen bedient werden, setzt man heute häufig auch eine Stromstoßschaltung ein. Diese lässt ebenfalls unbegrenzt Schaltstellen zu. Der Verdrahtungsaufwand und die Fehleranfälligkeit sind aber geringer.
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