Steckdose Anschließen

Steckdose anschließen: Schuko-Steckdose richtig anschließen

Eine Steckdose anschließen gehört zu den häufigsten Arbeiten an einer elektrischen Anlage. Bei einer üblichen Schuko-Steckdose (Schutzkontaktsteckdose) werden in der Regel drei Leiter angeschlossen: der Außenleiter (L), der Neutralleiter (N) und der Schutzleiter (PE).

Der eigentliche Anschluss ist zwar technisch überschaubar, dennoch handelt es sich um eine Arbeit an einer elektrischen Anlage mit einer Netzspannung von 230 Volt. Fehler beim Anschluss können zu einem elektrischen Schlag, Kurzschluss oder Brand führen.

Wichtiger Hinweis: Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur von entsprechend qualifizierten Elektrofachkräften durchgeführt werden. Dieser Beitrag dient der fachlichen Information und stellt keine Aufforderung für elektrotechnische Laien dar, Arbeiten an der Elektroinstallation selbst durchzuführen.

Wie wird eine Steckdose angeschlossen?

Bei einer üblichen Schuko-Steckdose (Schutzkontaktsteckdose, Typ F) werden normalerweise drei Leiter benötigt:

Leiter Abkürzung Übliche Farbe Funktion
Außenleiter L Braun, Schwarz oder Grau Spannungsführend
Neutralleiter N Blau Rückleiter des Betriebsstroms
Schutzleiter PE Grün-Gelb Schutz durch Potentialausgleich

Steckdosen werden üblicherweise mit einer dreiadrigen Mantelleitung vom Typ NYM-J 3×1,5 mm² oder 3×2,5mm² angeschlossen. Bei Leitungen nach dem Jahr 2003 findet man die Farben braun, blaue und grün-gelb. Bei älteren Leitungen war der Außenleiter meist schwarz anstelle von braun.

Wichtig: Die Farbe eines Leiters alleine, sagt nichts über ihre Funktion aus. Bei bestehenden und insbesondere älteren Installationen, darf man daher niemals alleine von der Farbe auf die Funktion eines Leiters schließen. Es ist immer im Einzelfall zu prüfen welche Funktion welcher Leiter hat. Gefährlich wird es insbesondere in alten Installationen in denen noch die Farben rot, grau oder blau mit anderen Funktionen zu finden sind. Ebenfalls darf man sich nie darauf verlassen, dass der Vorgänger keinen Fehler gemacht hat. Das A und O ist daher genau zu messen und die Funktion jedes Leiters zu bestimmen.

Aufbau einer Schutzkontaktsteckdose

Eine Schutzkontaktsteckdose besitzt drei Anschlüsse: Den Außenleiter und Neutralleiter sowie einen Anschluss für den Schutzleiter.

Der Schutzleiter PE wird mit den Schutzkontakten der Steckdose verbunden. Diese seitlich angeordneten Metallkontakte stellen beim Einstecken eines Schuko-Steckers die Schutzleiterverbindung zu leitfähigen Teilen her (Schutzklasse 1)

Außenleiter und Neutralleiter werden an die beiden Kontakte für die stromführenden Stifte des Steckers angeschlossen. Beides sind aktive Leiter und damit stromführend.

Eine Besonderheit des in Deutschland üblichen Schuko-Systems besteht darin, dass der Stecker um 180 Grad gedreht eingesteckt werden kann. Eine feste Zuordnung von Außenleiter und Neutralleiter zur linken beziehungsweise rechten Seite der Steckdose gibt es daher nicht. Neutralleiter und Außenleiter können dabei beliebig links oder rechts angeschlossen werden. Man sollte nur darauf achten, sich für eine Seite zu entscheiden und dies in der gesamten Installation beizubehalten. Ich schließe beispielsweise alle Außenleiter links und Neutralleiter rechts an.

Welche Leitung wird für Steckdosen verwendet?

Für die Verlegung von Steckdosen wird üblicherweise Mantelleitung vom Typ NYM-J verwendet. Je nach Installation ist aber auch NYY-J oder ein anderer Leitungstyp möglich. Als Leitungsquerschnitt wurde früher 1,5mm² standardmäßig verwendet. Mittlerweile setzt sich mehr und mehr ein Querschnitt von 2,5mm² durch, dieser ist in Industrie und Gewerbe längst Standard. Aber auch 1,5mm² kann nach wie vor ausreichend sein, entscheidend ist eine korrekte Leitungsberechnung.

Der erforderliche Leiterquerschnitt hängt unter anderem ab von:

  • Verlegeart
  • Leitungslänge (Spannungsfall)
  • Umgebungstemperatur
  • Häufung (Parallel laufende Leitungen)
  • Absicherung
  • zulässiger Strombelastbarkeit

Steckdose anschließen – Schritt für Schritt

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1. Stromkreis freischalten

Bevor an der Steckdose gearbeitet werden kann, müssen die fünf Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100 angewendet werden. Für Arbeiten im spannungsfreien Zustand sind diese zu beachten.

  1. Freischalten
  2. Gegen Wiedereinschalten sichern
  3. Spannungsfreiheit feststellen
  4. Erden und kurzschließen
  5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

Im ersten Schritt muss der betreffende Stromkreis freigeschaltet werden. Dazu wird beispielsweise der zugehörige Leitungsschutzschalter ausgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert.

2. Spannungsfreiheit feststellen

Nach dem Abschalten muss festgestellt werden, dass tatsächlich keine gefährliche Spannung mehr vorhanden ist. Dafür wird ein zweipoliger Spannungsprüfer verwendet.

3. Leiter vorbereiten

Anschließend werden die Leiter für den Anschluss vorbereitet. Die Adern dürfen dabei nicht beschädigt werden. Dazu muss die Leitung abgemantelt werden und im Anschluss die einzelnen Adern mit einer Abisolierzange abisoliert werden. Wie weit ein Leiter abisoliert werden muss, hängt vom verwendeten Steckdoseneinsatz und dessen Anschlussklemmen ab. Viele Hersteller geben die erforderliche Abisolierlänge direkt am Einsatz oder in den technischen Datenblättern an.

Diese Vorgabe sollte eingehalten werden. Zu weit abisolierte Leiter können blanke, berührbare Stellen erzeugen, während eine zu kurze Abisolierung zu einer mangelhaften Verbinung in den Klemmen führen kann.

4. Schutzleiter PE anschließen

Der grün-gelbe Schutzleiter wird an der dafür vorgesehenen Schutzleiterklemme angeschlossen. Diese ist üblicherweise mit dem Schutzleitersymbol gekennzeichnet und befindet sich üblicherweise in der Mitte der Steckdose zwischen den beiden anderen Klemmen.

Der Schutzleiter besitzt eine besondere sicherheitstechnische Bedeutung: Bei einem Fehler soll er dafür sorgen, dass gefährliche Berührungsspannungen vermieden beziehungsweise die vorgesehene Schutzeinrichtung wirksam wird. Die tatsächliche Leiterfunktion muss vor dem Anschluss eindeutig festgestellt sein. Grün-Gelb ist für den Schutzleiter vorgesehen und darf nicht beliebig für andere Funktionen verwendet werden.

5. Neutralleiter N anschließen

Der Neutralleiter wird wahlweise links oder rechts der Steckdose angeschlossen. Wichtig ist, dass der Neutralleiter immer in der Farbe blau auszuführen ist. Ich persönlich schließe diesen auf der rechten Seite an.

6. Außenleiter L anschließen

Anschließend wird der Außenleiter an der anderen noch freien Klemme angeschlossen. Ich persönlich schließe diesen links an. Der Außenleiter ist bei neueren Leitungen meist braun, bei älteren oder mehradrigen Leitungen kann dieser auch schwarz oder grau sein.

7. Klemmstellen kontrollieren

Nach dem Anschluss aller Leiter werden nochmal alle Klemmstellen kontrolliert. Dabei ist unter anderem darauf zu achten, dass:

  • kein blankes Kupfer unnötig aus der Klemme herausragt,
  • die Leiter vollständig eingeführt sind,
  • die Isolierung nicht eingeklemmt oder in die Klemme geführt wurde,
  • keine Ader beschädigt wurde,
  • die Leiter fest sitzen,
  • der Schutzleiter korrekt angeschlossen ist.

Viele moderne Steckdoseneinsätze besitzen inzwischen schraubenlose Steck- oder Federklemmen. Aber auch Schraubklemmen sind noch anzutreffen. Bei diesen ist beim Festziehen darauf zu achten, dass sich der Leiter nicht „rausdreht“ und Kontakt verliert.

Steckdose in die Unterputzdose einsetzen

Sind alle Leiter korrekt angeschlossen, wird der Steckdoseneinsatz vorsichtig in die Gerätedose eingesetzt. Für mich am einfachsten funktioniert dies, wenn man in einer Hand die Steckdose festhält, dabei die Adern über Mittel- und Zeigefinger und die Steckdose mit dem Daumen hält und in die Unterputzdose führt. Die Adern werden dabei in einem Bogen so gelegt, dass sie hinter der Steckdose sauber Platz finden.

Dabei dürfen die Adern nicht stark geknickt, gequetscht oder durch die Befestigungskrallen beschädigt werden. Anschließend wird der Steckdoseneinsatz ausgerichtet und wahlweise mit den Krallen oder Geräteschrauben befestigt. Danach können Abdeckung und Rahmen montiert werden.

Gerade bei Mehrfachkombinationen ist eine saubere Ausrichtung wichtig, damit Steckdosen und Schalter später gerade im gemeinsamen Rahmen sitzen.

Warum ist der Schutzleiter so wichtig?

Der Schutzleiter ist ein wesentlicher Bestandteil der Schutzmaßnahme gegen elektrischen Schlag nach DIN VDE 0100-410. Kommt es beispielsweise aufgrund eines Isolationsfehlers zu einer leitenden Verbindung zwischen einem Außenleiter und einem berührbaren leitfähigen Gehäuse eines angeschlossenen Gerätes, trägt der Schutzleiter dazu bei, dass die vorgesehenen Schutzmaßnahmen wirksam werden können.

Ein fehlender oder falsch angeschlossener Schutzleiter kann deshalb lebensgefährlich sein. Aus diesem Grund sollte der Schutzleiter nach dem Anschluss einer Steckdose immer korrekt geprüft werden.

Braucht die Steckdose einen FI-Schalter (RCD)?

Für Steckdosenstromkreise spielt außerdem der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) eine wichtige Rolle. Seit 2009 benötigen alle Steckdosenstromkreise zu denen Laien zugang haben einen Fehlerstromschutzschalter. Nach den aktuell gültigen Anforderungen der DIN VDE 0100-410 sind für die meisten Steckdosenstromkreise RCDs mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA vorgeschrieben.

Der RCD ersetzt weder den Schutzleiter noch die übrigen erforderlichen Schutzmaßnahmen. Eine Elektrofachkraft muss im Detail beurteilen, welche Schutzmaßnahmen nötig sind und diese korrekt umsetzen.

Steckdose anschließen und anschließend prüfen

Mit dem reinen Anschluss der Steckdose ist die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Nach Errichtung oder Änderung einer elektrischen Anlage sind die erforderlichen Prüfungen durchzuführen. Hierfür ist insbesondere die Norm DIN VDE 0100-600 relevant.

Grundsätzlich lassen sich Prüfungen immer in drei Schritte gliedern: Besichtigen, Erproben und Messen.

Dabei können unter anderem geprüft werden:

  • Durchgängigkeit der Schutzleiter
  • Isolationswiderstand
  • Schutz durch automatische Abschaltung
  • Polarität, soweit erforderlich
  • Wirksamkeit vorhandener RCDs

Welche Prüfungen erforderlich sind, richtet sich nach der konkreten Anlage.

Ein einfacher Steckdosentester kann bestimmte Verdrahtungsfehler anzeigen, ersetzt jedoch nicht die vorgeschriebenen Messungen mit geeigneten Prüfgeräten. Im ersten Schritt nach der Installation würde ich die Steckdose aber einmal mit dem zweipoligen Spannungsprüfer prüfen. Dabei wird jeder Leiter einmal gegen jeden Leiter gemessen. Dabei werden folgende Messungen durchgeführt, welche folgende Ergebnisse zeigen sollten:

  • L-N → 230 Volt
  • L-PE → 230 Volt
  • N-PE → 0 Volt

Alte Steckdose mit nur zwei Leitern

In alten Installationen findet man häufig noch Zweileiterinstallationen – die sogenannte „klassische Nullung“. Dabei gibt es ebenfalls einen Außenleiter. Im Unterschied zu heutigen Anlagen, wird jedoch statt N und PE ein gemeinsamer PEN geführt (Kombination aus Neutral- und Schutzleiter). Diese klassische Nullung kann sehr gefährlich sein! Wer hier nicht weiß was er tut, sollte definitiv die Finger davon lassen! Das ist ausschließlich etwas für erfahrene Elektrofachkräfte. Ein Fehler kann hier schnell tödlich enden. Unter ungünstigen Bedingungen kann es passieren, dass der Neutralleiter am Gehäuse eines Betriebsmittels anliegt und zu einer gefährlichen Körperdurchströmung führt.

Zwei Steckdosen hintereinander anschließen

In der Praxis wird selten für eine einzelne Steckdose eine eigene Leitung verlegt. Häufig hat man zweifach, dreifach oder sogar fünffach Steckdosen. Außerdem hat man mehrere Steckdosen pro Raum, die sich oft einen Stromkreis teilen. Dafür werden diese Steckdosen durchverbunden oder auch „durchgeschliffen“.

In der Regel haben Steckdosen pro Pol zwei Klemmen, also 2xL / 2x PE / 2xN. Hier kann jeweils eine ankommende und eine weiterführende Leitung angeschlossen werden. So lassen sich Steckdosen durchverbinden und weitere Steckdosen anschließen. Sowohl innerhalb einer Mehrfachkombination. Als auch an anderer Stelle im Raum.

Kann man L und N bei einer Schuko-Steckdose vertauschen?

Diese Frage wird beim Anschließen von Steckdosen häufig gestellt. In Deutschland sind Schutzkontaktsteckdosen vom Typ F Standard. Hier können die Stecker beliebig herum eingesteckt werden. Daher ist auch die Position von Außenleiter und Neutralleiter nicht festgelegt. Wichtig ist jedoch, dass man sich innerhalb einer Installation für eine Seite entscheiden sollte. das macht die Anlage übersichtlicher und die Fehlersuche einfacher.

Der Schutzleiter darf selbstverständlich niemals mit L oder N verwechselt werden, er gehört IMMER in die Mitte bzw. den entsprechend gekennzeichneten Anschluss.

Welche Normen sind beim Anschluss einer Steckdose relevant?

Wie so oft in der Elektrotechnik, ist nicht nur eine einzelne Norm relevant. Beim Anschluss einer Steckdose kommen verschiedene Normen zum Tragen:

DIN VDE 0100-410
Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag.

DIN VDE 0100-520
Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen.

DIN VDE 0100-600
Prüfungen elektrischer Niederspannungsanlagen.

DIN VDE 0105-100
Betrieb von elektrischen Anlagen und unter anderem die Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten an elektrischen Anlagen.

Darüber hinaus können abhängig vom Einsatzort weitere Anforderungen gelten, beispielsweise für Badezimmer, Außenbereiche oder besondere Betriebsstätten.

Fazit: Steckdose fachgerecht anschließen

Der grundsätzliche Aufbau einer Schuko-Steckdose ist einfach: Außenleiter (L), Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE) werden an die vorgesehenen Anschlüsse angeschlossen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur, dass die drei Adern irgendwie in der Steckdose sitzen. Für eine sichere Installation müssen die Leiter eindeutig identifiziert, die Klemmstellen fachgerecht ausgeführt und anschließend die vorgeschriebenen Prüfungen durchgeführt werden.

Arbeiten an elektrischen Anlagen gehören immer in die Hände von Elektrofachkräften, so auch das Anschließen einer Steckdose.

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